VgT-Dokumentation zur Zeitgeschichte des Holocausts an den Nutztieren

Tier-Mensch-Vergleich
und Holocaust-Vergleich

"Ein Mensch, der ein höheres Säugetier wirklich genau kennt und nicht davon überzeugt wird, dass dieses Wesen Ähnliches erlebt wie er selbst, ist psychisch abnorm und gehört in die psychiatrische Klinik, da eine Schwäche der Du-Evidenz ihn zu einem gemeingefährlichen Monstrum macht."
Prof Konrad Lorenz, bahnbrechender Verhaltensforscher (1903 -1989)


 

Einleitung von Dr Erwin Kessler, Präsident VgT.ch

Gelegentlich wird behauptet, der Vergleich des Massenverbrechens an den Nutztieren mit dem Massenverbrechen der Nazis (sog. Holocaustvergleich) sei eine Beleidigung der Nazi- Opfer und gehe über das gesellschaftlich Akzeptierte hinaus. Andere, vor allem tierliebende Menschen und Tierschützer - auch jüdische - sehen das europaweit anders. Interessant und aufschlussreich sind die weltanschaulichen Hintergründe der zwei Lager in dieser Kontroverse.

Solange ein so krasser Unterschiede gemacht wird zwischen dem Leiden von Menschen und dem von anderen Säugetieren, wonach Vergleiche nicht möglich und sogar eine Beleidigung der Spezies Mensch seien, solange wird das Massenverbrechen an den Tieren weitergehen. Es ist deshalb not-wendig, dass wir immer wieder solche Vergleiche anstellen, zum Nachdenken darüber provozieren und uns der Diskussion darüber stellen. Anders ist die Mauer der scheinheiligen, anthropozentrisch-egoistischen Ignoranz nicht zu durchbrechen. Die Empörung, welche solche Vergleiche bei gewissen Menschen auslöst, zeigt deren ethisches Defizit bezüglich unseren nichtmenschlichen Mitgeschöpfen.  Der Vergleich provoziert fraglos - um aufzurütteln. Deshalb gehen die Emotionen hoch. Emotionen sollten aber nicht blind machen für die Fakten. Fakt ist:  Was heute auf der Welt abgeht mit den Nutztieren ist genauso einmalig, wie alle grossen Massenverbrechen in der Geschichte der Menschheit. Alle waren sie auf ihre Weise einmalig. Ein Vergleich ist aber keine Gleichsetzung. Der Vergleich soll auf Parallelen hinweisen, denn solche gibt es ganz klar, vorallem massenpsychologisch und bezüglich der Durchorganisation des Verbrechens mit Hilfe des Staates sowie die massenhaft am Verbrechen beteiligten Profiteure. Nichts kann dieses ethische Defizit, die Wurzel dieses Massenverbrechens an den Tieren, so deutlich sichtbar machen wie Holocaustvergleiche.  Der Mensch als denkendes Wesen sollte fähig sein, aus der Geschichtsschreibung zu lernen, damit nicht immer wieder die gleichen Fehler, die zu so grossem Elend führen, gemacht werden.  Die Gegnerschaft gegenüber der sogenannten Holocaustvergleiche haben nach meiner Meinung zwei Wurzeln:

1. Verteidigung der Einmaligkeit und Unvergleichlichkeit des Nazi-Pogroms, um daraus aktuelle Vorteile für die Nachfahren der jüdischen KZ-Opfer abzuleiten (erpresserisches Brandmarken jeglicher Kritik an jüdischem oder israelitischem Verhalten als "Antisemitismus", Anspruch auf pauschale Immunität - siehe dazu den sehr aufschlussrreichen Beststeller "Die Holocaustindustrie" des jüdisch-amerikanischen Politologen Norman Finkelstein - eine augenöffnende Lektüre!).

2. Beschränkung des Denkens auf Äusserlichkeiten: Wie gesagt sind alle diese grossen historischen Massenverbrechen äusserlich gesehen einmalig, "unvergleichlich". Hingegen haben sie gemeinsame Wurzeln. Um es mal kurz und plakativ zu formulieren: Menschliche Bösartigkeit. Es hilft aber nicht weiter, die Nazis einfach bösartige, abscheuliche Unmenschen zu nennen. Für die Gegenwart und die Zukunft etwas lernen können wir nur, wenn wir diese Bösartigkeit analysieren und nach Gemeinsamkeiten in allen diesen Massenverbrechen suchen und dann erkennen, dass diese auch heute noch bestehen und immer wieder zu neuen Massenverbrechen und historischen Tragödien führen (zB illegale Kriege, Flüchtlings-Elend, Massentierhaltung). Diese gemeinsamen Wurzeln sind massenpsychologische Gesetzmässigkeiten: Nachläufertum, Opportunismus, egoistisches Wegschauen und Gleichgültigkeit gegenüber dem, was sich ausserhalb der unmittelbaren Eigeninteressen abspielt. 

Ein Vergleich ist keine Gleichsetzung. Jeder Vergleich hinkt bekanntlich. Trotzdem werden tagtäglich Vergleiche angestellt, um etwas verständlicher zu machen. Man vergleicht etwas wenig Bekanntes oder schwer zu Verstehendes mit etwas Bekanntem in der Hoffnung, der rote Faden, das Wesentliche, werde dann auch beim weniger Bekannten verstanden.

Jüdische Kreise werden nicht müde, die Erinnerung an den Holocaust wachzuhalten und sich dauerhaft als Opfer darzustellen, die geschont werden müssen und ein kompensatorisches Anrecht auf Sonderrechte haben. Endlos berichten Medien immer wieder über die Gräuel der Nazi-Zeit, es werden tragische "Jubiläen" kommuniziert, Holocaust-Mahnmale errichtet und mit viel Öffentlichkeit eingeweiht etc.  Deshalb ist der Holocaust in der Öffentlichkeit sehr breit bekannt, viel bekannter als andere grosse Massenverbrechen. Genau deshalb vergleichen wir Tierschützer das heutige globale Massenverbrechen an den Nutztieren mit dem Holocaust und nicht mit den Massenverbrechen der illegalen Kriegen des amerikanischen Imperiums, auch nicht mit amerikanischen Sklavenzeit oder mit der Hexenverfolgung, den Verbrechen des Stalinismus (den Naziverbrechen nicht nachstehend - siehe das Werk "Archipel Gulag" von Alexander Solschenyzin) etc

Der KZ-Vergleich ist nicht einfach eine mutwillige Provokation, wie es die Gegner gerne darstellen. Vielmehr stehen dahinter die angedeuteten sehr ernsthaften Überlegungen und Motive, die in dieser Dokumentation vertieft und dokumentier werden. Vorweg sei erwähnt, dass auch viele grosse, tierliebende jüdische Persönlichkeiten (jüdische Literaturnobelpreisträger und ehemalige KZ-Opfer sowie Persönlichkeiten, die nahe Angehörige im Nazi-Holocaust verloren haben) diesen Vergleich verwenden (www.vgt.ch/doc/tier­mensch­vergleich/holocaustvergleich_von_holocaustueberlebenden.pdf).

Wenn solche Vergleiche einfach mit Antisemitismus-Unterstellungen abgetan werden, zeigt das lediglich das Fehlen überzeugender Argumente der Gegner. Das einzige vielleicht nachvollziehbare Argument ist, Nazi-Opfer könnten dadurch beleidigt werden. Dies ist indessen aus mehreren Gründen nicht stichhaltig. Erstens wird dieser Vergleich wie erwähnt auch von jüdischen Persönlichkeiten und ehemaligen KZ-Häftlingen verwendet. Zweitens leben heute kaum mehr Holocaustüberlebende, die sich beleidigt fühlen könnten. Und drittens sind Vergleiche zwischen dem heutigen Massenverbrechen an Nutztieren und Versuchstieren mit dem Nazi-Holocaust alles andere als eine Verharmlosung des letzteren; dieser Vergleich wird ja gerade deshalb gezogen, weil die Massenverbrechen derart ungeheuerlich waren, dass es kaum einen besseren Vergleich gibt, um auf das ungeheuerliche heutige Massenverbrechen an den Nutz- und Versuchstieren aufmerksam zu machen.

Das heutige Massenverbrechen an den Nutztieren hat zweifellos ein Ausmass von historischer Bedeutung, das sich zwanglos einreiht in die Reihe früherer historischer Massenverbrechen. Für aufgeklärte, tierliebende, ernsthaft nachdenkende und informierte Menschen ist dieses schreckliche Drama ähnlich unbegreiflich wie die Nazi-Verbrechen für den Rest der Bevölkerung, die den Mensch so hoch über unsere nächsten Verwandten stellen, dass Vergleiche im vornherein unzulässig seien. (Völlig widersprüchlich verhalten sich diese den Vergleich ablehnende Menschen, wenn sie - das sind meistens die gleichen Menschen - grausame Tierversuche gutheissen, weil die Versuchstiere dem Menschen derart ähnlich seien, dass an ihnen menschliche Krankheiten und Medikamente, ja sogar Psychopharmaka, erforscht werden könnten.) 

Tierliebende und sich deshalb vegan ernährende Juden stören solche Vergleiche nicht, sondern sie heissen sie ausdrücklich gut oder verwenden sie sogar selber. An der Einstellung zu solchen Vergleichen zeigen sich fundamentale weltanschauliche Differenzen. Auf der einen Seite das klassisch-christliche Bild vom Menschen als Krone der Schöpfung, dem die Tiere untertan sind zum Gebrauch. Man nennt das in der Tierethik Speziesismus (analog zum Rassismus). Auf der anderen Seite der vom Bundesgericht als vertretbar anerkannte Egalitarismus, wonach zwischen Menschen und anderen (Säuge-)Tieren kein grundsätzlicher Unterschied besteht bezüglich der elementaren Fähigkeiten, Freude und Leid, Angst und Schmerz, Glück und Trauer (z.B. um verlorene Freunde) zu empfinden.

Dazu im Bundesgerichtsentscheid 6S.234/1996 vom 10. Juni 1996:

 „Im inkriminierten Artikel kommt angesichts des Hinweises auf Versuche an menschlichen Säuglingen die Haltung der sog. Egalitaristen zum Ausdruck, die gegenüber der Haltung der sog. Spezisten auf ganz andern ethischen Grundlagen aufbaut. Im Rahmen dieser Auseinandersetzung über ethische Grundfragen betreffend das Verhältnis zwischen Mensch und Tier geht die inkriminierte Äusserung nicht über das Zulässige hinaus, zumal für den Leser des Artikels - «In gleicher Weise sollte ein Tierarzt solche Kätzchenversuche auch nicht durchführen dürfen» - erkennbar ist, dass die kritisierten Tierversuche, im Unterschied zu entsprechenden Versuchen an menschlichen Säuglingen, nach dem geltenden Recht erlaubt sind.“

Dieser Auffassung des Bundesgerichts ist zuzustimmen, denn Gerichte haben nicht darüber zu befinden, ob ethische, religiöse, weltanschauliche und politische Auffassungen richtig oder falsch sind – auch wenn sich Andersdenkende daran stören. Der VgT vertritt diese egalitaristische Auffassung. Direkte Folge dieser als vertretbar anerkannten Weltanschauung ist die Anwendung von Wörtern auf Tiere bezogen, die sonst mehrheitlich auf Menschen bezogen werden, wie "Mord", "Massenmord", "Verbrechen", "Massenverbrechen",  "Konzentrationslager", "KZ", "Holocaust" und ähnliche – stets offensichtlich ethisch-moralisch, nicht juristisch gemeint, da es leider im juristischen Sinne weder Verbrechen noch Mord an Tieren gibt. Siehe dazu auch den Bundesgerichtsentscheid 5A_354/2012 (www.vgt.ch/justizwillkuer/vasella-novartis/140626-bundesger-urteil-vasella-zivilverf.pdf) in den Verfahren Daniel Vasella/Novartis gegen Erwin Kessler/VgT, wo letztere vollständig obsiegten (www.vgt.ch/doc/vasella/index.htm). 

Nach Auffassung der Egalitaristen gehen umgekehrt diejenigen über das gesellschaftlich Akzeptierte hinaus, welche z.B. mit Pelzmänteln herumlaufen oder sich sonst wie als Konsument am Holocaust der Nutztiere beteiligen. Der Schutz der Tiere ist ein öffentliches Anliegen mit Verfassungsrang.

Wer nicht viel zu diesem Thema lesen mag, aber trotzdem meint sich ein Urteil zu dieser Kontroverse bilden zu müssen, dem sei wenigstens der auf Video aufgezeichnete Vortrag empfohlen, den der KZ-überlebende Jude Alex Hershaft an der Universität von Tel Aviv gehalten hat. Wer Holocaustvergleiche prinzipiell als menschenverachtend, antisemitisch oder gesellschaftlich unzulässig verurteilt, beleidigt diesen edlen Menschen. Niemand ist legitimiert, Holocaustvergleiche zu verurteilen, der sich diesen Vortrag nicht aufmerksam angesehen oder sich sonst wie ernsthaft damit auseinandergesetzt. Der Holocaustvergleich ist nicht einfach eine plumpe Provokation, wie das gelegentlich von oberflächlichen, mit Vorurteilen behafteten Mitmenschen dargestellt wird, sondern wird aus ernsthaften, gewichtigen Tierschutzgründen verwendet - besonders eindrücklich im Vortrag "From Warsaw Ghetto to the Fight for Animal Righst" des 81-jährigen jüdischen Holocaustüberlebenden Alex Hershaft. Er erklärt in einer erschütternden Rede an der Universität von Tel Aviv den Zusammenhang zwischen dem Holocaust der Juden und dem Holocaust der Tiere:

Alex Hershaft überlebte den Holocaust durch grosses Glück. Er lebt seit fast 40 Jahren vegan - um sich nicht selbst an einem Holocaust zu beteiligen.


Falls Ihr Browser das moderne html5 noch nicht versteht, können Sie das Video auch auf Youtube anschauen: Youtube

Den Holocaustvergleich als antisemitisch zu bezeichnen, ist eine schwere Beleidigung dieses bewundernswert gemeinnützig engagierten jüdischen Holocaustüberlebenden.

Mit dem - nicht von uns erfundenen - Begriff "Tier-KZ" wird nicht gesagt, in den Tierfabriken und Tierversuchslabors gehe es genau gleich zu wie damals in den KZs der Nazi. Die Analogie liegt hauptsächlich darin, wie diese Massenverbrechen an Nicht-Ariern bzw an Nicht-Menschen gerechtfertigt werden. In beiden Fällen werden Lebewesen als minderwertig angesehen ("es sind ja nur Juden, Zigeuner, Nicht-Arier" <> "es sind ja nur Tiere, keine Menschen"), womit dann der bestialische Umgang mit ihnen mehr oder weniger als moralisch gerechtfertigt angesehen wird, wenn es nur den Interessen der überlegenen (Herren-)Menschen dient.

 

Heinz Galinski: „Ich habe Auschwitz nicht überlebt, um zu neuem Unrecht zu schweigen“

Heinz Galinski wurde am 28. November 1912 im westpreußischen Marienburg geboren. Der Textilverkäufer Heinz Galinski zog Ende der 1930er Jahre von Rathenow nach Berlin, weil er glaubte, in der anonymen Großstadt weniger antisemitischen Angriffen ausgesetzt zu sein. Seine gesamte Familie wurde 1943 verhaftet, seine Mutter und seine Frau in Auschwitz ermordet, sein Vater starb auf der Polizeistation. Heinz Galinski selbst überlebte als Zwangsarbeiter in Auschwitz, wurde von sowjetischen Truppen verschleppt und schließlich von britischen Soldaten im KZ Bergen-Belsen befreit.
Seit 1945 setzte sich Galinski für den Wiederaufbau der Jüdischen Gemeinde in Berlin ein, auch gegen großen Widerstand vieler Überlebender des NS-Regimes, die der Meinung waren, dass es in Deutschland niemals wieder jüdisches Leben geben könne und die für die Übersiedlung aller überlebenden deutschen Juden nach Israel plädierten.
Heinz Galinski wurde 1949 Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Berlin und blieb in dieser Funktion 43 Jahre lang bis 1992. Er war eine unbestrittene moralische Autorität, und er nahm auch immer wieder entschieden politisch Stellung. 1987 wurde ihm die Berliner Ehrenbürgerschaft verliehen. Die Jüdische Gemeinde zu Berlin errichtete am 28.11.1987 anlässlich des 75. Geburtstages von Heinz Galinski die Heinz-Galinski-Stiftung zur Förderung der Religion, der Toleranz, der Bildung und des Völkerverständigungsgedankens. Von 1988 bis 1992 war Heinz Galinski auch Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland. Am 19. Juli 1992 starb er in Berlin. Er wurde auf dem Jüdischen Friedhof Heerstraße beerdigt.

 

Der Begriff "Nuklearer Holocaust" ist international verbreitet, auch in militärisch-wissenschaftlicher Fachliteratur, im Zusammenhang mit den Folgen eines globalen Atomkrieges, wie er in der Zeit des kalten Krieges drohte (VgT-Präsident Dr Erwin Kessler hat früher als Ingenieur  intensiv auf diesem Gebiet geforscht - Auswirkungen des sogenannten "Nuklearwinters infolge eines globalen Nuklearkrieges, bei dem sich der Himmel verfinstert und im Sommer winterliche Verhältnisse herrschen, mit Hungersnöten als Folge) und eine Dissertation geschrieben ("Stochastische Simulation von Schutzraumerschütterungen infolge von Nuklearexplosionen").

Übrigens ist der Tier-Mensch-Vergleich im Umgang mit dem Holocaust in umgekehrter Richtung üblich und anscheinend politisch korrekt und wird auch von Holocaustüberlebenden benutzt. Anstelle vieler zwei Beispiele aus dem Buch "Der Junge der nicht hassen wollte" von Shlomo Graber. Seite 119: "Man trieb uns wie Vieh zur Selektionsstelle weiter." Seite 121: "Wie Schafe, die zur Schlachtbank geführt werden." Das ist auch ein Vergleich zwischen dem Schicksal von KZ-Opfern mit dem Schicksal von Nutztieren - ganz anaolg zum Vergleich von KZs mit Tierfabriken. Warum ist das keine Holocaustverharmlosung, wenn angeblich das Wort Tier-KZ eine ist? Eine logische, überzeugende Antwort gibt es nicht darauf, so sehr sich die Kritiker des Holocaustvergleichs auch bemühen. Und das überrascht nicht, denn das Wort Tier-KZ und ähnliche Vergleiche mit dem Holocaust sind - wie in der vorliegenden Dokumentation ausführlich dargelegt wird - alles andere als eine Verharmlosung des Holocaust. Ebenso wenig wie wohl auch mit  dem Vergleich der Deportationen mit Viehtransporten eine Verharmlosung beabsichtigt ist.   Die Behauptung die tierschützerischen KZ- und Holocaustvergleiche seien antisemitisch ist einfach nur bösartig oder dumm und oberflächlich.

 

Üersicht über einzelne Abhandlungen zum Holocaust-Vergleich:

Holocaustüberlebende ziehen Vergleiche mit dem was Tieren angetan wird 

Im berühmten, in der Rechtsliteratur oft zitierten Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) gegen die Schweiz wegen Zensur eines TV-Spots hat der EGMR den Holocaustvergleich mit dem Begriff "kz-artig" für eine Schweinefabrin im  TV-Spot nicht beanstandet!

Geht der Vergleich zu weit? (Emma Januar 2006)

KZ-Vergleiche Prof Grzimek und Dr Felix Wankel

Tier-Holocaust und Menschen-Holocaust, von Dr med Ernst Walter Henrich, ProVegan

Wahrheitsverachtend - zur Kritik am Holocaust-Vergleich, von Helmut Kaplan

Justizterror gegen den für die Heuchler und Tierausbeuter unbequemen Tier-Mensch-Vergleich, von Erwin Kessler

Der jüdische Literatur-Nobelpreisträger Isaac Bashevis Singer vergleicht den Umgang mit Tieren mit Naziverbrechen

Israel - das veganste Land der Welt, weil Juden besonders gut nachempfinden können, was ein Leben im (Tier-)KZ bedeutet (ärgerlich, dass das die Schächtjuden offenbar nicht können)

Israelische Aktivisten schliessen Tiere am Holocaust Memorial Day in ihr Gedenken ein (direkter Holocaustvergleich!).


 

KZ-Vergleiche von
Prof Grzimek, Dr Felix Wankel und dem jüdischen Philosophen Theodor Adorno

Theodor W Adorno, jüdischer Philosoph, emigrierte während des Dritten Reiches nach Enlgand und kehrte 1949 nach Deutschland zurück:
"Auschwitz fängt da an, wo einer im Schalchthof steht und sagt, es sind ja nur Tiere."

Prof Grzimek, Autor des berühmten mehrbändigen Werkes über Tiere, verglich die Käfighaltung von Legehennen mit KZ,  wurde deswegen in Deutschland vor Gericht gestellt und freigesprochen. Selber schrieb er darüber: 
"Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat die Klage eines Eier-Indutriellen gegen mich abgewiesen, wonach mir untersagt werden sollte, die ohne Tageslicht in Engstkäfigen gehaltenen Batterie-Hühner als KZ-Hühner zu bezeichnen. Den Ausdruck KZ-Hühner, der im übrigen nicht von mir erfunden worden war, haben die früheren KZ-Insassen Kirchenpräsident Martin Niemöller und Motoren-Erfinder Dr Wankel ausdrücklich gebilligt."

Aus dem Buch "Vom Grizzlybär zur Brillenschlange" von Prof Grzimek

Martin Niemöller, ehemaliger KZ-Häftling, "Briefe von Dr Felix Wankel und Martin Niemöller":
"Ich entsinne mich, dass ich während eines Urlaubaufenthalts von 1967 im russischen Wald bei Cavidovo zum ersten Mal eine solche "Hühnerfabrik" gesehen und besucht habe und dass mein erster Eindruck - und er hat sich später nie geändert - der war: das muss für die armen Tiere ja schlimmer sein als was wir im Konzentrationslager die Jahre hindurch haben ausstehen müssen!"

Dr. Felix Wankel, Erfinder des Wankelmotors, in "Briefe von Dr. Felix Wankel und Martin Niemöller":
"Ich selbst war zu Beginn des Nazismus im Gefängnis, und der Reichsstatthalter von Baden erklärte: 'Wankel bleibt darin, bis zum Verrecken und Verfaulen.' Deshalb halte ich es für eine scheinheilige Zweckbehauptung der Hühnerbatterie-Geschäftemacher, dass sich die früheren KZ-Gefangenen durch die Bezeichnung der Hühnerbatterie-Käfighaltung als KZ-Haltung beleidigt fühlen würden. Ich bin überzeugt, dass jeder frühere KZ-Häftling beim Besichtigen einer Batteriehaltung Herrn Prof. Grzimek recht geben wird und erbittert gegen die Errichter, Ausnützer und Verteidiger dieses Tier-KZ Stellung nimmt."

 

Wahrheitsverachtend!

von Helmut Kaplan (www.tierrechte-kaplan.org)

Die Kritik an PETAs Holocaust-Vergleich ist gefährlicher Unsinn

Die Kritik an der Peta-Kampagne besteht aus einer Serie von Vorurteilen und Fehlern. Während den Befürwortern der Kampagne fälschlicherweise Menschenverachtung vorgeworfen wird, betreiben die Gegner der Kampagne in Wirklichkeit Wahrheitsverachtung.

Antisemitismus

Der Vorwurf des Antisemitismus ist dumm, böswillig oder beides. Schließlich waren es ja nicht nur Juden, die von den Nationalsozialisten verfolgt und vernichtet wurden. Auch Christen, "Zigeuner", Homosexuelle und viele andere waren Opfer des NS-Terrors. Die Tierrechtsbewegung lehnt jede Reihung oder Wertung der Opfer ab. Denn dies wäre de facto nichts anderes als die Fortsetzung des NS-Rassismus mit anderen Mitteln. Worum es bei der Peta-Kampagne also geht, ist nicht ein Vergleich von Juden und Tieren, sondern ein Vergleich von Menschen und Tieren.

Rechtslastigkeit

Nicht minder absurd als der Antisemitismus-Vorwurf ist der Rechtslastigkeits-Vorwurf. Die Tierrechtsbewegung ist die logische Fortsetzung anderer Befreiungsbewegungen, wie der Befreiung der Sklaven oder der Emanzipation der Frauen. Immer ging und geht es darum, moralische Diskriminierungen aufgrund moralisch belangloser Merkmale zu erkennen und zu überwinden:

Wir haben erkannt, daß die Hautfarbe belanglos ist.
Wir haben erkannt, daß die Geschlechtszugehörigkeit belanglos ist. Und immer mehr Menschen sind im Begriffe zu erkennen, daß auch die Artzugehörigkeit moralisch belanglos ist:

Warum soll man jemanden quälen dürfen, weil er zu einer anderen Art gehört? Die Ausbeutung und Diskriminierung aufgrund der Art, aufgrund der Spezies, der Speziesismus, ist genauso willkürlich und falsch wie Rassismus und Sexismus. Wer Tierrechtlern Rechtslastigkeit vorwirft, muß konsequenterweise auch den Gegnern von Sklaverei, Rassismus und Sexismus Rechtslastigkeit vorwerfen.

Verwechslung

Die Peta-Kritiker verwechseln Vergleich und Gleichsetzung. Bei einem Vergleich gibt es immer Aspekte, die gleich sind, und Aspekte, die verschieden sind. Sonst wäre es ja kein Vergleich, sondern eine Gleichsetzung. Worauf es beim Vergleich ankommt, ist, daß sich das Verglichene in relevanter Hinsicht ähnelt. Und das ist beim Holocaust gegenüber Menschen und dem, was wir heute Tieren antun, ohne Zweifel der Fall:

"Die Opfer heute sind andere als damals, aber das System von Einpferchen, Missbrauch, Vorurteil und Abschlachten ist dasselbe. Alljährlich werden alleine in Europa zehn Milliarden Tiere in Konzentrationslagern, die wir 'Massentierhaltung' nennen, gepfercht. Nach vielen Jahren kontinuierlichen Leidens werden sie zusammengetrieben und mit LKWs bei jedem Wetter Hunderte von Kilometern gekarrt, bevor man sie durch die Tore zur Schlachtebene treibt und tötet. All dies geschieht, während der Durchschnittsbürger sein normales Leben lebt und seine Augen vor dem Leiden verschließt. Vergleiche mit dem Holocaust sind unausweichlich, nicht nur weil wir Menschen mit den Tieren die Fähigkeit des Leidens gemein haben, sondern auch weil die von der Regierung sanktionierte Unterdrückung von Abermillionen Lebewesen einfach hingenommen wird, obwohl jeder etwas tun könnte, um sie zu beenden." (Matthew A. Prescott)

Voreiligkeit

Petas Holocaust-Vergleich wird in aller Regel instinktiv und unbedacht verurteilt: als menschenverachtend, ungeheuerlich, geschmacklos, beleidigend, verharmlosend usw. Und dann geschieht, was immer geschieht, wenn voreilig und hysterisch bewertet wird, anstatt sich vorher einmal in Ruhe die Fakten anzusehen: Eine irrationale und hektische Verwirrung verhindert jede vernünftige Diskussion.

Selbstgerechtigkeit

Auf der ZDF-Homepage schreibt Stefan Meyer über Peta:
"Die Tierschützer bereiten für Deutschland die Parallelaktion zu ihrer umstrittenen Kampagne in den USA vor: Darin vergleichen sie die industrielle Haltung und Verarbeitung von Tieren mit dem Völkermord der Nazis. Sowohl im Internet als auch im Rahmen einer Wanderausstellung werden Bilder von Holocaust-Opfern neben ausgemergelten Kühen, eingesperrten Hühnern und abgeschlachteten Schweinen gezeigt. Ein ungeheurer Vergleich, bildlich wie gedanklich ungeheuerlich und nicht zu begreifen."

In hysterischer Aufgeregtheit wird meist übersehen: Das Unbegreifliche einer Sache kann seine Wurzel auch im eigenen Unvermögen oder Unwillen, sie zu begreifen, haben.

Totschweigen

Worum geht es nun bei der Peta-Kampagne, sachlich, objektiv und vorurteilsfrei betrachtet? Es werden vergangene Massaker an Menschen gezeigt. Und es werden gegenwärtige Massaker an Tieren gezeigt. Nichts wird verharmlost. Nichts wird dramatisiert. Alles wird nüchtern dokumentiert.

Was soll, was KANN daran falsch sein? Was kann daran falsch sein, die Fakten zu zeigen? Fakten vorsätzlich zu unterschlagen, hat einen Namen: Totschweigen.

Vergleichen von Menschen und Tieren

Warum soll der Mißbrauch von Menschen auf alle Fälle schlimmer sein als der Mißbrauch von Tieren? Warum soll der Mißbrauch von Menschen nicht mit dem Mißbrauch von Tieren verglichen werden dürfen? Was ist der moralische Unterschied zwischen Menschen und Tieren, der diese unterschiedliche Bewertung und Behandlung von Menschen und Tieren rechtfertigen soll?

Ist es die unterschiedliche Behaarung oder Anzahl der Beine? Oder ist es die höhere Intelligenz des Menschen? Aber warum soll man jemanden quälen dürfen, weil er weniger intelligent ist?

Ist es die unsterbliche Seele des Menschen? Aber WIE LANGE ein Wesen lebt, ist doch für die Frage, wie wir es behandeln, WÄHREND es lebt, bedeutungslos. Und wenn wir wirklich eine unsterbliche Seele haben, dann haben wir auch eine Aussicht auf eine ausgleichende Gerechtigkeit im Jenseits, die uns für hier erlittenes Leiden und Unrecht entschädigt. So gesehen, müßten wir Tiere sogar BESSER behandeln, weil sie nur dieses eine Leben und keine Aussicht auf ausgleichende Gerechtigkeit haben. (Tom Regan)

Der Punkt ist schlicht: Es gibt keinen Unterschied zwischen Menschen und Tieren, der unsere Bewertung und Behandlung von Tieren rechtfertigen könnte: "Die Frage ist nicht: können sie DENKEN? oder: können sie SPRECHEN?, sondern: können sie LEIDEN?" (Jeremy Bentham)

Aber auch die Merkmale, die beim Gefoltert werden und Ermordet werden keine Rolle spielen, stützen in keiner Weise die übliche Bewertung und Behandlung von Tieren. Denn KEIN Merkmal, das von irgendjemandem als moralisch relevant angesehen wird, verläuft entlang der Speziesgrenze Mensch - Tier. Mehr noch: Es gibt immer Menschen, bei denen das betreffende Merkmal sogar SCHWÄCHER ausgeprägt ist als bei vielen Tieren:

Viele geistig behinderte oder senile Menschen zum Beispiel, sowie alle kleinen Kinder befinden sich auf einem deutlich NIEDRIGEREN Niveau als viele Tiere - etwa Hunde, Katzen, Rinder und Schweine, denen wir in Versuchslabors, Tierfabriken und Schlachthöfen tagtäglich unsägliche Qualen zufügen.

An dieser Tatsache ist nicht zu rütteln. Tierrechtler ziehen daraus aber nicht den Schluß, daß die betroffenen Menschen schlechter als bisher behandelt werden sollten, sondern daß die betroffenen Tiere besser als bisher behandelt werden sollten!

Behandeln von Menschen und Tieren

Große Geister haben diese Erkenntnisse und Forderungen längst vorweggenommen. Mehr noch: Die folgenden Zitate sprechen darüber hinaus auch noch einen Punkt an, der bisher nur gestreift wurde und der zeigt, daß die Kritik an der Peta-Kampagne nicht nur unsinnig, sondern auch gefährlich ist: den psychologischen Zusammenhang zwischen unserem Umgang mit Tieren und unserem Umgang mit Menschen:

"Ich entsinne mich, dass ich während eines Urlaubaufenthalts von 1967 im russischen Wald bei Cavidovo zum ersten Mal eine solche 'Hühnerfabrik' gesehen und besucht habe und dass mein erster Eindruck - und er hat sich später nie geändert - der war: das muss für die armen Tiere ja schlimmer sein als was wir im Konzentrationslager die Jahre hindurch haben ausstehen müssen!"
Martin Niemöller

"Wo es um Tiere geht, wird jeder zum Nazi ... Für die Tiere ist jeden Tag Treblinka."
Isaac Bashevis Singer

"Auschwitz beginnt da, wo einer im Schlachthaus steht und denkt, es sind ja nur Tiere."
Theodor W. Adorno

"Seit ungefähr fünfzehn Jahren wird den Ethnologen in zunehmendem Maße bewußt, daß das Problem des Kampfes gegen Rassenvorurteile auf menschlicher Ebene ein viel umfassenderes Problem widerspiegelt, das noch dringender einer Lösung bedarf. Ich spreche von dem Verhältnis zwischen dem Menschen und anderen lebenden Arten. Es ist zwecklos, das eine Problem ohne das andere lösen zu wollen. Denn die Achtung gegenüber den eigenen Artgenossen, die wir vom Menschen erwarten, ist lediglich ein Einzelaspekt der allgemeinen Achtung vor allen Formen des Lebens."
Claude Lévi-Strauss

"Nichts wird ... die Chancen für ein Überleben auf der Erde so steigern wie der Schritt zu einer vegetarischen Ernährung."
Albert Einstein

"Der Tag wird kommen, an dem das Töten eines Tieres genauso als Verbrechen betrachtet werden wird wie das Töten eines Menschen."
Leonardo da Vinci

"Solange es Schlachthäuser gibt, wird es Schlachtfelder geben."
Leo Tolstoi

Es gibt einen naheliegenden und bei Lichte besehen geradezu selbstverständlichen Zusammenhang zwischen unserem Umgang mit Tieren und unserem Umgang mit Menschen. Zwei vergleichsweise harmloses Beispiele mögen dies verdeutlichen:

Ein Bauer hat eine Kuh, einen Esel und ein paar Hühner, mit denen er über Monate und Jahre "unter einem Dach" lebt und "zusammenarbeitet", indem er die Milch der Kuh und die Eier der Hühner verwendet sowie den Esel seinen Karren ziehen läßt. Sobald seine "Kameraden" ihm aber nicht mehr nützlich sind, erschießt er sie oder hackt ihnen den Kopf ab.

Oder der übliche Umgang mit Gänsen, den ein Redakteur der "Salzburger Nachrichten" offenkundig auch noch ziemlich lustig findet: "Die Gänse folgen Tag für Tag dem Hüter voll Vertrauen ins Nachtquartier. Sie werden demnächst ebenso vertrauensselig wie ahnungslos hinter ihm zur Schlachtbank marschieren."

Kann wirklich irgendjemand, der sich auch nur ansatzweise um ein unbefangenes Urteil bemüht, allen Ernstes glauben, daß ein solches treu- und herzloses Verhalten gegenüber Tieren ohne Einfluß auf den Umgang mit Menschen bleibt? "Ethik gegenüber dem Menschen und Rohheit gegenüber den Tieren", schreibt Robert Jungk, "sind zwei Verhaltensweisen, die sich nicht vereinbaren lassen, denn Grausamkeit gegen Tiere geht nahtlos in Grausamkeit gegen Menschen über."

Jüngste Forschungsergebnisse

Der Zusammenhang zwischen Grausamkeit gegenüber Tieren und Grausamkeit gegenüber Menschen ist zwar seit langem bekannt, wurde aber erst in jüngerer Zeit wissenschaftlich erforscht. Im Folgenden zitiere ich aus der Dissertation "Zum psychologischen Zusammenhang zwischen der Gewalt gegenüber Tieren und der Gewalt gegenüber Menschen" von Astrid Kaplan (Universität Klagenfurt, 2003).

Kaplan zeigt, daß Gewalt gegenüber Tieren und Gewalt gegenüber Menschen oft gemeinsam auftreten und sich wechselseitig aufschaukeln. (S. 87) So haben etwa "alle Kinder, die in den letzten Jahren an den verheerenden Schulmassakern beteiligt waren, ... vorher an Tieren 'geübt'." (S. 121) Eine US-Studie aus dem Jahre 1997 zeigt, daß Jugendliche, die wegen Tiermissbrauch verurteilt wurden, fünfmal (!) wahrscheinlicher Gewalt gegenüber Menschen ausüben. (S. 152)

In einer Arbeit für die US-amerikanische Bundespolizei heißt es: "Mörder ... fangen oft damit an, als Kinder Tiere umzubringen und zu quälen." Fast alle Serienmörder haben Tiere gequält, bevor sie Menschen umbrachten. (S. 154)

Beeindruckend und beängstigend sind auch die sozioökonomischen, "vernichtungstechnischen" und forschungshistorischen Zusammenhänge. "Die Ausbeutung von Tieren war und ist das Modell und diente und dient als Inspiration für die Gräueltaten, die Menschen einander antun", schreibt Kaplan, um dann, den renommierten Holocaust-Forscher Charles Patterson ("Eternal Treblinka") referierend, darzustellen,

  • wie die Versklavung von Tieren ("Domestikation") zur Versklavung von Menschen führte,

  • wie die Fließbandschlachtung von Tieren zur Fließbandschlachtung von Menschen (Holocaust) führte, und

  • wie die Tierzucht zu Zwangssterilisation, Euthanasie und Genozid führte. (S. 162)

Leider können diese Zusammenhänge und Entwicklungen hier nicht systematisch dargelegt werden, weshalb wir uns mit biographischen und psychologischen Splittern begnügen müssen:

  • Der T4-Chefmanager (T4 steht für das NS-Euthanasie-Programm) Victor Brack hatte ein Diplom in Agrarindustrie der Universität München.

  • Der Koordinator des Organisationsbüros für die Euthanasie behinderter Kinder, Hans Hefelmann, hatte ein Doktorat in Agrarwissenschaften.

  • Bevor Bruno Bruckner im Tötungszentrum Hartheim arbeitete, war er Portier in einem Linzer Schlachthaus.

  • Willi Mentz, ein besonders sadistischer Wärter in Treblinka, war vorher Melker. (S. 196)

  • Heinrich Himmler entschloß sich erst nach seinem kommerziellen Mißerfolg als Hühnerzüchter, Menschenzüchter zu werden. (S. 192)

  • Ulrich Graf, Hitlers persönlicher Leibwächter, war vorher Schlächter. (S. 197)

In Robert Jay Liftons Buch "Ärzte im Dritten Reich" erläutert der SS-Arzt Dr. B. den Prozeß der Anpassung an den Massenmord:

"Wenn Sie zum ersten Mal eine Selektion sehen .... ( ... ) Sie sehen, wenn Kinder und Frauen selektiert werden. Dann ist man so geschockt, daß man also ... das kann man nicht beschreiben. Und nach wenigen Wochen kann man es gewöhnen. Und das kann man ... niemand erklären. ( ... ) Das kann man nur erleben .... ( ... ) Aber ich glaube, ich kann Ihnen einen Eindruck verschaffen. Wenn Sie ... einmal in ein Schlachthaus gehen, wo Tiere geschlachtet werden. Es gehört auch der Geruch dazu ... nicht nur die Tatsache, daß die umfallen und so weiter. Sie werden wahrscheinlich kein ... das Steak schmeckt nicht mehr. Und wenn Sie es zwei Wochen lang jeden Tag machen, dann schmeckt Ihnen Ihr Steak so gut wie früher auch." (S. 180 f.)

Der jiddische Literaturnobelpreisträger Isaac Bashevis Singer, der im Holocaust viele Familienmitglieder, darunter seine Mutter und seinen jüngeren Bruder, verlor, schreibt im Vorwort zu einem Buch über den Vegetarismus (S. 232):

"Solange Menschen das Blut von Tieren vergießen, wird es keinen Frieden geben. Es ist nur ein kleiner Schritt vom Töten von Tieren zu den Gaskammern Hitlers und zu den Konzentrationslagern Stalins. ( ... ) Solange Menschen mit Messer oder Pistole dastehen, um jene umzubringen, die schwächer sind als sie, wird es keine Gerechtigkeit geben."

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Tier-Holocaust und Menschen-Holocaust
aus dem Newsletter ProVegan (Dr Ernst Walter Henrich) Ausgabe 04/2016

Was ist der Unterschied zwischen dem Menschen-Holocaust durch die Nazis und dem Tier-Holocaust durch die restliche Menschheit? Antwort: Die extrem grössere Anzahl der Opfer beim Tier-Holocaust. Trotzdem behaupten einige Leute, dass man den Menschen-Holocaust mit nichts vergleichen dürfe, weil man dadurch die Opfer der Nazis herabwürdigen würde. Dabei gibt es keinen Grund, warum der Wert eines Tieres niedriger sein sollte als der eines Menschen. Schon der Nobelpreisträger Bertrand Russel stellte fest: „Es gibt keinen objektiven Grund für die Annahme, dass menschliche Interessen wichtiger seien als tierliche.“

Es ist ganz offensichtlich, warum man den Holocaust-Vergleich nicht mag und ihn sogar bekämpft. Wenn man dem Holocaust-Vergleich zustimmen würde, dann würde man anerkennen, schwerste Verbrechen durch den Konsum von Tierqualprodukten zu begehen. Das wäre zwar ehrlich, aber zugleich auch eine moralische Bankrotterklärung. Da ist es einfacher, diejenigen zu diffamieren, die von einem Tier-Holocaust sprechen. Mit besonderer Inbrunst wird der Holocaust-Vergleich in Deutschland abgelehnt, also im Land der Täter! Diese Dreistigkeit überrascht gerade deshalb, weil jüdische Holocaustüberlebende und jüdische Angehörige von Holocaustopfern zuerst diesen Holocaustvergleich zogen. Dazu einige Beispiele:

Drei Zitate von Isaac Bashevis Singer (jüdischer Literatur-Nobelpreisträger):

„Was wissen sie schon, all diese Gelehrten, diese Philosophen, die Führer der Welt, über dich und deinesgleichen? Sie haben sich eingeredet, der Mensch, der schlimmste Übeltäter unter allen Lebewesen, sei die Krone der Schöpfung. Alle anderen Kreaturen seien nur erschaffen worden, um ihm Nahrung und Pelze zu liefern, um gequält und ausgerottet zu werden. Ihnen gegenüber sind alle Menschen Nazis; für die Tiere ist jeden Tag Treblinka.“

„Solange Menschen das Blut von Tieren vergießen, wird es keinen Frieden geben. Es ist nur ein kleiner Schritt vom Töten von Tieren zu den Gaskammern Hitlers und zu den Konzentrationslagern Stalins. [...] Solange Menschen mit Messer oder Pistole dastehen, um jene umzubringen, die schwächer sind als sie, wird es keine Gerechtigkeit geben.“

„Er hatte jetzt seit einiger Zeit daran gedacht, Vegetarier zu werden. Bei jeder Gelegenheit wies er darauf hin, dass das, was die Nazis mit den Juden gemacht hatten, dasselbe sei, was die Menschen mit den Tieren machten.“

J.M. Coetzee (Literatur-Nobelpreisträger):

„Ich will es deutlich sagen: Rings um uns herrscht ein System der Entwürdigung, der Grausamkeit und des Tötens, das sich mit allem messen kann, wozu das Dritte Reich fähig war, ja es noch in den Schatten stellt, weil unser System kein Ende kennt, sich selbst regeneriert, unaufhörlich Kaninchen, Ratten, Geflügel, Nutztiere auf die Welt bringt, nur um sie umzubringen.“

Edgar Kupfer-Koberwitz (Schriftsteller, 1940-1945 Häftling im KZ Dachau):

„Ich weigere mich, Tiere zu essen, weil ich mich nicht von den Leiden und vom Tod anderer Lebewesen ernähren kann. Ich weigere mich, dies zu tun, weil ich selbst so schmerzlich gelitten habe, dass ich den Schmerz anderer fühle, indem ich mich meiner eigenen Leiden erinnere.“

Martin Niemöller (Theologe, von 1937-1945 Häftling in den KZs Sachsenhausen und Dachau):

„Ich entsinne mich, dass ich während eines Urlaubaufenthalts von 1967 im russischen Wald bei Cavidovo zum ersten Mal eine solche 'Hühnerfabrik' gesehen und besucht habe und dass mein erster Eindruck – und er hat sich später nie geändert – der war: das muss für die armen Tiere ja schlimmer sein als was wir im Konzentrationslager die Jahre hindurch haben ausstehen müssen!“

Alex Hershaft (Holocaustüberlebender):

Der 81-jährige Jude Alex Hershaft erklärt in einer beeindruckenden Rede https://www.youtube.com/watch?v=f7dZv43A0g0  an der Universität von Tel Aviv den Zusammenhang zwischen dem Holocaust der Juden und dem Holocaust der Tiere. Alex Hershaft überlebte als Kind den Holocaust nur durch grosses Glück. Er lebt seit fast 40 Jahren vegan – um sich (wie er selbst sagt) nicht selbst an einem Holocaust zu beteiligen.

Gary Yourofsky (amerikanisch-jüdischer Tierrechtler):

„Gerade jetzt in diesem Moment sind auf amerikanischen Strassen nicht weniger als 5.000 KZ-LKWs unterwegs – Lastwagen, die man dafür konstruiert hat. In diesen LKWs sind unschuldige Lebewesen, die in Angst und Schrecken versetzt wurden. Diese Fahrzeuge steuern KZ-Schlachthöfe an, die man mit Sorgfalt in ganz Amerika gebaut hat. Wenn die Lastwagen dort ankommen, dann sind die Tiere so verängstigt, dass sie nicht einmal aus dem Wagen wollen. Sie sind nicht dumm. Sie wissen, was als nächstes kommt. Deshalb gehen die Leute mit Elektroschockern auf die LKW und zwingen sie über die Rutschen hinunter in den Tod ... Wissen Sie, wer noch irrsinniger ist? Die Fleischesser. Sie spazieren herum, als ob ihr Lebensstil überhaupt kein Leid verursachen würde. Gerade so als sei es normal und natürlich, Gewalt und Tod zu konsumieren. Wie würden Sie sich fühlen, wenn jemand an dem Tag an dem Sie geboren wurden bereits ihre Hinrichtung geplant hat? Das ist es, was es bedeutet, eine Kuh, ein Schwein, ein Huhn oder ein Truthahn auf diesem Planeten zu sein. Dieses Gebaren ist unentschuldbar und unwürdig für eine Spezies, die vorgibt, richtig von falsch unterscheiden zu können. Die Tiere haben uns nicht eine einzige Sache angetan, die diesen Zorn und diese Grausamkeit rechtfertigen würde, die wir ihnen antun.“

Gary Yourofsky erklärt im israelischen Fernsehen sehr gut den Holocaust. Wirklich sehenswert: 

https://www.youtube.com/watch?v=2InQIEJKyf4

https://www.youtube.com/watch?v=GPHPVvKoZDI

 „Das erste Vegetarier-Dorf Amirin in Israel wurde 1958 von Holocaust-Überlebenden gegründet, die eine Parallele zwischen dem Holocaust und der Art und Weise wie wir mit Tieren umgehen gesehen haben.“ Dies ist ein Zitat eines jüdischen Bewohners des Dorfes in diesem Video:

http://www.welt.de/vermischtes/article121441790/Amirim-ist-das-erste-Vegetarier-Dorf-der-Welt.html http://theirturn.net/animal-holocaust/

Der Holocaustvergleich: http://theirturn.net/2015/04/12/funeral-for-animal-holocaust-victims

Zum Terror-Attentat am Berliner Weihnachtsmarkt 2016, von Silke Ruthenberg, animal-peace.org

Justizterror gegen den für die Heuchler und Tierausbeuter unbequemen Tier-Mensch-Vergleich

von Erwin Kessler, Präsident VgT.ch

Im Mai 2006 veranlasste der Genfer Untersuchungsrichter Léonardo Malfanti eine Hausdurchsuchung des Redaktionsbüros der VgT-Medien (VgT-Nachrichten, ACUSA-News, www.vgt.ch) mit Beschlagnahmung des Archiv-Exemplars der ACUSA-News AN06-1. Alle anderen der 350 000 Exemplare waren längst in der Westschweiz verteilt, teils an Abonnenten, teils regional gestreut.

Diese Zwangsmassnahme stellt einen massiven Eingriff in die Pressefreiheit dar. Sinngemäss wurde als Begründung vorgeschoben: Die Bezeichnung der katastrophalen Zustände in Hühnerfabriken als "détention concentrationaire" (KZ-artige Tierhaltung) sowie der Vergleich zwischen KZ und der Folterung von Tieren zur Herstellung von Pelzmänteln stelle eine grobe Verharmlosung des Holocausts dar, was gemäss dem Antirassismus-Maulkorbgesetz (StGB 261bis) strafbar sei. Zu einer Anklage kam es aber nie!

Dies zeigt wieder einmal, wie vielfältig dieser Gummi-Artikel für politische Zwecke missbraucht werden kann. Der politische Zweck der Zwangsmassnahme war einmal mehr, Informationen über das trotz Tierschutzgesetz landesweit bestehende Massenverbrechen an den Nutztieren mit Staatsterror zu behindern. Es ist aber mit der Meinungsäusserungsfreiheit unvereinbar, andere politische Meinungen mit Staatsterror zu verfolgen (anders liegt die Situation bei Ehrverletzungen, denn die Meinungsäusserungsfreiheit hat dort ihre juristische und menschenrechtliche Grenze, wo andere Grundrechte, wie das Grundrecht auf Ehrenschutz, verletzt wird).

Die Tabuisierung des Tier-Mensch-Vergleiches hat seine psychologischen Wurzeln im verdrängten schlechten Gewissen der Fleischesser, die sich an der grausamen Ausbeutung der Nutztiere  beteiligen. Während zu diesem Zweck eine Unvergleichbarkeit von Tier und Mensch postuliert wird, geht dagegen die Pharma- und Tierversuchs-Industrie von einer derart weitgehenden Ähnlichkeit zwischen Tier und Mensch aus, dass die an Mäusen, Katzen, Hunden etc getestete Giftigkeit von Chemikalien und die Wirksamkeit und die Nebenwirkungen von neuen Medikamenten auf den Menschen übertragen werden könnten. Obwohl sich in dieser Hinsicht immer wieder verhängnisvolle Unterschiede zwischen Menschen und Versuchstieren ergeben, wird an diesem Glauben festgehalten. Diese Gleichsetzung von Mensch und Tier empfinden die Machthabenden ebenso wenig anstössig wie die Grausamkeit der Tierversuche. Wenn es aber um das Leiden der Versuchstiere und der Nutztiere geht, wird die Ähnlichkeit zum Säugetier Mensch  bestritten. Diese doppelzüngige Moral kann nicht damit erklärt werden, bei den Tierversuchen gehe es nur um die biologische Ähnlichkeit, denn dies trifft zum Beispiel bei Tierversuchen mit Antidepressiva und andern Psychopharmaka offensichtlich nicht zu. Zudem ist die Fähigkeit, Schmerzen, Leiden und Angst zu empfinden, eine sogar im Tierschutzgesetz verankerte Eigenheit zumindest zumindest von Wirbeltieren und hat nichts mit intellektuellen Fähigkeiten zu tun (siehe das berühmte  Buch "Befreiung der Tiere" des australischen und übrigens jüdischen Philosophen PeterSinger.

Wie weit - je nach Fragestellung - Menschen und Tiere ähnlich sind, ist diskutabel. Undiskutabel klar ist jedenfalls, dass nach dem heutigen Stand der Biologie, der (Tier-)Psychologie und der Ethik der Mythos der absoluten Einzigartigkeit und Unvergleichbarkeit des Menschen mit anderen höheren Säugetieren unhaltbar ist. Im Gegenteil besteht hinsichtlich der in Tierschutzfragen besonders interessierenden Fähigkeit, Freude und Leid, Angst und Hoffnung, Schmerzen und Leiden zu empfinden, eine sehr weitgehende Analogie, was kein seelisch gesunder Mensch bestreitet, der zum Beispiel einen Hund wirklich kennengelernt hat. Die biologischen Tatsachen (Nervensystem) und die Tierpsychologie lassen keinen anderen Schluss zu als der, dass höhere Säugetiere Menschen sehr ähnlich sind, wenn es um Schmerzen, Leiden und Angst geht - und das ist das allein Entscheidende im Hinblick auf den Tierschutz. Der berühmte Verhaltensforscher Konrad Lorenz hat dies so formuliert: "Ein Mensch, der ein höheres Säugetier wirklich genau kennt und nicht davon überzeugt wird, dass dieses Wesen ähnliches erlebt wie er selbst, ist psychisch abnorm und gehört in die psychiatrische Klinik, da eine Schwäche der Du-Evidenz ihn zu einem gemeingefährlichen Monstrum macht." (aus: Spiegel 1988/Nr 47, Seite 254)

Der Begriff Du-Evidenz wird im Lexikon der Tierschutzethik von Gotthard Teutsch wie folgt erklärt:

"Die Du-Evidenz bedeutet, dass einem Lebewesen ein zunächst beliebiges anderes Lebewesen durch intensive Begegnung zum individuellen, unverwechselbaren und insofern auch unersetzlichen Partner wird. Du-Evidenz ist sowohl gegenseitig wie auch einseitig möglich und setzt keine rational verarbeitete Wahrnehmung des anderen voraus, sondern beruht auf Erleben und Emotion, also Möglichkeiten und Fähigkeiten, die schon beim Kleinkind und beim Säugetier gegeben sind. Auf der gleichen Basis der Emotionalität beruht das der Du-Evidenz notwendigerweise komplementäre Ich-Bewusstsein, das aus dem Erleben und Erfahren eines "Du" notwendigerweise entsteht. Die Ich-Du-Beziehung zwischen Mensch und Tier wird gelegentlich auch von der Philosophie aufgegriffen. Jedenfalls hat Martin Buber im Nachwort von 1957 zu seinem Buch "Ich und Du" intuitiv eine wichtige Spur gefunden: "Wenn wir nicht bloss zu anderen Menschen, sondern auch zu Wesen und Dingen, die uns in der Natur entgegentreten, im Ich-Du-Verhältnis stehen können, was ist es, das den eigentlichen Unterschied zwischen jenen und diesen ausmacht?..."

Eine ausserordentlich weitgehende, geradezu verblüffende Ähnlichkeit im Verhalten und Empfinden besteht zwischen Kleinkindern und (anderen)  Säugetieren.

Alle Argumente, welche vorgebracht werden, um das Leiden von Tieren geringer zu werten als das von Menschen, können zB auch vorgebracht werden in Bezug auf Kleinkinder, geistig Schwerinvalide und Demente. Seltsamerweise ist aber nicht bestritten, dass diesen Individuen der volle rechtliche und moralische Schutz zu gewähren ist, wie gesunden Erwachsenen. Warum nicht auch den Tieren? Alle Versuche dies zu rechtfertigen, sind objektiv unhaltbar und basieren auf egoistisch bequemen Vorurteilen und Schutzbehauptungen.

Bei gleicher Leidensfähigkeit gibt es keinen rationalen Grund, das Leiden von Tieren geringer zu bewerten als das Leiden von Menschen, zB Kleinkindern oder geistig Behinderten. Für viele ethisch zurückgebliebene Menschen ist diese Feststellung schockierend. So kommt es denn immer wieder zu aufgebrachten Demonstrationen, wenn der australische Philosoph Peter Singer irgendwo als Redner auftritt. Singer hatte in seinem Bestseller "Befreiung der Tiere" aus der Gleichheit der Leidensfähigkeit eine konsequente Tierrechtsphilosophie abgeleitet. Danach verlangt die gleiche Leidensfähigkeit auch den gleichen Schutz vor Leiden. Kleinkinder und Tiere müssten demnach gleichermassen vor Schmerzen, Angst und Leiden im weiteren Sinne geschützt werden, was natürlich krass zum heutigen Umgang mit Nutz- und Versuchstieren kontrastiert. Dementsprechend wird Singer massiv angefeindet von allen, die am Status quo ein Interesse haben. Da Singers Argumente sachlich nicht widerlegt werden können, wird er absichtlich missverstanden, durch Verdrehen seiner Aussagen verleumdet und bei öffentlichen Auftritten niedergeschrien und am Reden gehindert.

Wer den Vergleich menschlichen Leidens mit dem Leiden anderer höherer Säugetiere für unzulässig hält, hat das Wesentliche noch nicht begriffen und verschliesst Verstand und Herz. Meistens sind dies Fleischesser oder andere, die direkt oder indirekt von Tierleid profitieren (Mäster, Pharma-Industrie, Konsumenten), welche das schlechte Gewissen auf diese Weise verdrängen. Indem sie den Menschen weit über alles stellen, rechtfertigen sie nicht nur ihren Beitrag zum Massentierelend, sondern stellen sich auch noch als Humanisten und gute Christen dar. In dieser Hinsicht besteht eine erschreckende Analogie zur Geisteshaltung, welche die Gräuel der Nazis rechtfertigten und ermöglichten: der Überlegenheitswahn der objektiv gar nicht existierenden "arischen Rasse".

Solche Menschen, welche andere Lebewesen anhand unhaltbarer Kriterien diskriminieren, sind nicht qualifiziert, mir Rassendiskriminierung vorzuwerfen (siehe Schächtprozess).

Diese Menschen, welche sich über Vergleiche, anstatt über die dahinterliegenden grausamen Missstände empören, sind selber das beste Beispiel dafür, dass "politisch korrekt" formulierte sachliche Argumente nicht genügen und nur unbeschönigte, schockierende Darstellungen eine Chance haben, Denkprozesse und Bewusstseinsentwicklungen in Gang zu setzen. In dieser Situation ist eine empörte Reaktion schon besser als gar keine. Aufbegehren und Ablehnen ist häufig die zweite Stufe in einem Entwicklungsprozess und bedeutet, dass die erste Stufe, das Nicht-zur-Kenntnis-nehmen, überwunden ist.


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