16. Dezember 2014, letztmals ergänzt am 7. Februar 2016

Ein Super-Inserat gegen Pelz-Tierquälerei macht Blick-Schlagzeilen und führt zu einer illegalen Verhaftung von Erwin Kessler durch die Stapo St Gallen

Ich gratuliere Roman Weibel für dieses originelle Anti-Pelz-Inserat und biete ihm unsere juristische Unterstützung an für den Fall, dass er von Mode Weber eingeklagt wird.   Erwin Kessler, VgT.ch

BLICK

Weil das St Galler Tagblatt dieses Inserat auf Reklamation von Mode Weber hin gestoppt hat, werde ich am Samstag, 20. Dezember 2014, vor dem Modegeschäft Weber an der Leonhardstrasse 8 in St Gallen (Nähe Bahnhof), von 14.20 bis 15.20 h Flugblätter mit obigem Inserat verteilen. Auch weil Weber mit der Behauptung provoziert hat, dieses Inserat sei "aus der untersten Schublade". Ich bin klar der Meinung, dass nicht dieses treffliche Inserat, sondern Webers Geschäft mit grausamster Tierquälerei aus der untersten Schublade der Unmoral und Skrupellosigkeit ist. 
Da voraussehbar ist, dass Mode Weber versuchen wird, mich mit Polizeigewalt zu vertreiben und weil ich in der Vergangenheit schon wiederholt rechtswidriges Vorgehen der Kapo St Gallen erlebt habe, wird mich unser Anwalt begleiten - als Zeuge und Bevollmächtigter gegen allfällige polizeiliche Übergriffe. Die Aktion ist ganz klar durch die Meinungsäusserungsfreiheit gedeckt.
Erwin Kessler, Präsident VgT.ch 

Fotoreportage über Gestapo-Aktion vom 20. Dezember 2014 in St Gallen

Grosses Polizeiaufgebot und gewalttätige Verhaftung - so reagiert die Gestapo, unterstützt von uniformierten Polizisten auf das friedliche Verteilen von Flugblättern durch einen einzelnen Bürger - nicht in China^, schon gar nicht in Russland, sondern im realen "Rechtsstaat" Schweiz. Eine Stunde lang friedlich Flugblätter verteilen - das ist in China, äh in der Schweiz, eine staatsgefährdende Tätigkeit, welche in St Gallen eine halbe Armee Polizisten in Zivil und in Uniform in Aktion setzt.

VgT-Präsident Dr Erwin Kessler (71, mit blauer Wollmütze) verteilt rechts vom Eingang zu Mode-Weber obiges Flugblatt. Keine Verkehrsbehinderung, nichts Illegales. Im Eingangsbereich zu Modeweber eine Gruppe Polizisten in Bereitschaft:

Nach ca 40 Minuten - angekündigt waren für die Aktion 60 Minuten - wird Erwin Kessler von zwei Gestapo-Leuten und drei uniformierten Polizisten umzingelt und bedrängt; der Polizeieinsatz ist klar rechtswidrig, wie der vor Ort anwesende Rechtsanwalt des VgT der Gestapo erfolglos darlegte:

Erwin Kessler leistet passiven Widerstand gegen die rechtswidrige Polizeigewalt, aber ohne sich mit Gegengewalt zu wehren, er hat die ihn angreifenden Polizisten nicht verletzt, im Wissen, dass alles gefilmt und fotografiert wurde. Er wird sich nun in einem jahrelangen Prozess juristisch zu wehren versuchen:

Erwin Kessler ist im Kanton St Gallen schon einmal nur wegen ein paar Flugblättern brutal und rechtswidrig festgenommen worden. Auch damals war es ein Giftzwerg in Zivil, der die Aktion leitete:
VN 11-4 Seite 14

Jetzt offene Gewalt. Erwin Kessler wird mit Gewalt Richtung Polizei-Kastenwagen gezwungen. Die Zuschauer reagierten konsterniert, ungläubig, empört. Ein friedlicher  Mann, der nichts anderes tat, als freundlich Flugblätter anzubieten, wird wie ein Krimineller mit Gewalt abgeführt:

Mit Gewalt in den Kastenwagen:

Ein Polizist reisst den Kopf von Erwin Kessler an der Kappe nach hinten:

Detailansicht, wie der Polizist den Kopf des Verhafteten an der Kappe nach hinten reisst. Und das alles nur um die Geschäftsinteressen eines Modegeschäfts zu schützen, das skrupellos Pelze aus grausamste Tierquälerei verkauft. Als gäbe es keine Meinungsäusserungsfreiheit, Tierquälerei zu kritisieren:

Die gewaltsame Verhaftung ist geschafft, der Schwerverbrecher im Transporter:

 

Video: Die Verhaftung von Erwin Kessler in TeleOstschweiz tvo (21. Dezember 2014)

Auf dem Weg zur St Galler Gestapo- und Polizeifestung, wo Erwin Kessler gefilzt und dann in eine Gefängniszelle gesteckt wird. Nur dank heftigem Protest wurden Erwin Kessler wenigstens ein paar Papiertaschentücher, die er in der Tasche hatte, gelassen. Alles andere inkl Hosengurt wurde ihm abgenommen. Jeder Verhaftete hat nach Gesetz Anspruch auf sofortigen anwaltlichen Beistand, schon bei der Polizei, nicht erst vor Gericht. Den VgT-Anwalt lässt man warten, als reine Schikane und Machtdemonstration. Er protestiert mehrmals per SMS beim Polizeikommando. Eine Stunde später wird Erwin Kessler freigelassen mit der Ankündigung, es werde gegen ihn wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt Anklage erhoben. Erwin Kessler dazu: Das war passiver Widerstand gegen Amtsmissbrauch und völlig unverhältnismässige polizeiliche Gewaltanwendung; in 20 Minuten wäre die friedliche Aktion gemäss öffentlicher Ankündigung sowieso beendet worden - friedlich. Die Gestapo zog eine Machtdemonstration vor - typisch Unrechtsstaaten wie China und die Schweiz. Deshalb heisst die internationale Abkürzung für die Schweiz: CH

Die ganze Polizeiaktion wurde von Mode Weber, mit guten Beziehungen zum St Galler Filz, bestellt, mit der Begründung, die Aktion sei "geschäftsschädigend". Geschäftsschädigend war indessen nicht das verteilte Flugblatt, sondern die darin erwähnte Tatsache, dass Mode Weber Pelzkleider aus grausamer Produktion verkauft. Deshalb hat die Gestapo eine andere Begründung erfunden und vorgeschoben: Behinderung des Fussgängerverkehrs. Der Fussgängerverkehr wurde in Tat und Wahrheit durch diese Einmann-Flugblattaktion gar nicht behindert, dagegen aber sehr durch das ca 40 Minuten lang vor dem Eingang zu Mode Weber herumstehende Polizeiaufgebot.

Gegen Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens: 
Eine Frau mit einem Töchterchen lehnte das Flugblatt ab. Da wollte das Mädchen wissen, um was es gehe. Antwort der Mutter: "Die wollen, dass du an die Ohren frierst."  Das Mädchen hatte Ohrwärmer aus Pelz.
Eine andere Frau wies den Flyer giftig zurück: "ich bin keine Tierfreundin!"

Aber grossmehrheitlich waren die Reaktionen positiv und sympathisch.

Der Kommentar von Erwin Kessler zu den Polizeiübergriffen:

Dieses illegale, gewalttätige Vorgehen der Polizei gegen einen friedlichen Bürger, der freundlich und rücksichtsvoll ein paar Flugblätter verteilt, wirft im Facebook hohe Wellen, Wut und Verachtung gegen die Polizei. https://www.facebook.com/vgt.ch

 Ich finde das schade. Alle anständigen Polizisten, von denen es viele gibt, leiden auch darunter. Es braucht die Polizei in der heutigen Welt.

Leider ist es im Kanton St Gallen üblich, das habe ich wiederholt erlebt, dass rechtswidriges Verhalten von Polizeibeamten vom Polizeikommando und von der Justiz systematisch gedeckt wird, nach dem Motto: Der Staat hat immer recht.

Das könnte sich eines Tages rächen, wenn nicht mehr genug Polizisten rekrutiert werden können. Wir brauchen Polizei, aber korrekte, rechtstaatliche. 

Dr Erwin Kessler , Verein gegen Tierfabriken Schweiz VgT.ch

*

GERICHTSVERFAHREN IM ZUSAMMENHANG MIT DIESER FLUGBLATTAKTION BEI MODE WEBER

A. Strafverfahren wegen Amtsmissbrauch, Nötigung, Freiheitsberaubung und Verletzung der Meinungsäusserungsfreiheit gegen die verantwortlichen Stadtpolizisten

Strafklage vom 13. März 2015 an die Staatsanwaltschaft St Gallen
Beweisfotos (Beilagen zur Strafklage): 7.2  8.3.1   8.3.2   8.3.3   8.3.4   8.3.5   8.3.6   8.3.7   8.5.1  

Unfaires Verfahren gleich von Beginn weg - Ein Musterprozess zur öffentlichen Sichtbarmachung, wie Polizisten gedeckt werden, welche ihr Gewaltmonopol missbrauchen

Mit einer Klage gegen polizeiliche Übergriffe und rechtswidrige Gewaltanwendung durchzukommen gilt unter Juristen als sehr schwierig. Der Staat (Polizeikommando, Staatsanwaltschaft, Gerichte)  unternimmt alles, um fehlbare Polizisten zu decken, nach dem Grundsatz: "Der Staat hat immer Recht." Diese Tatsache wird in einer neueren Veröffentlichung in der juristischen Zeitschrift "Plädoyer" dargelegt: "Es wird von Amtes wegen kolludiert."   Der Titel dieses juristischen Aufsatzes ist unglaublich zutreffend. "Kolludieren" ist das juristische Fachwort für "Verschleiern". Im vorliegenden Verfahren gegen die StaPo St Gallen zeigt sich die Wahrheit dieser Feststellung gleich von Anfang an. Ob auf Anzeige hin gegen Polizisten überhaupt eine Strafuntersuchung eingeleitet wird, entscheidet vorab die kantonale Anklagekammer. Dabei geht es nicht um Schuld oder Unschuld, sondern nur darum, ob die Staatsanwaltschaft überhaupt eine Strafuntersuchung eröffnen darf. Damit sollen  Polizisten  vor ungerechtfertigten Strafanzeigen geschützt werden.  Der Sinn dieser Privilegierung ist insofern schwer nachvollziehbar, als die Staatsanwaltschaft ungerechtfertigte Anzeigen durch Nichteintretensentscheide abweisen kann.

Diese strafrechtliche Privilegierung von Beamten hat vor allem die Wirkung, dass fehlbare Polizisten so volle Akteneinsicht erhalten noch bevor überhaupt eine Strafuntersuchung eingeleitet ist. Dies ermöglicht es den fehlbaren Beamten, sich lange vor der ersten Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft sorgfältig abzusprechen in Kenntnis aller Beweismittel - ein Privileg, von dem jeder private Angeklagte nur träumen kann, ein Freipass zur Verschleierung der Tathandlungen durch Absprachen und gezieltes Abstreiten und Verdrehen. Eben ganz genau: "Es wird von Amtes wegen kolludiert."  Der VgT hat bei der Anklagekammer gegen diese Praxis einen Protest eingelegt. Eine Wirkung hatte dieser Protest allerdings nicht. Der Verschleierungs-Steilpass ist bereits passiert. Aber jetzt ist wenigstens das unfaire Verfahren aktenkundig, denn mit weiterer Justizwillkür zum Schutz der fehlbaren Polizeibeamten ist zu rechnen, da eben von Amtes wegen kolludiert wird.

Eine weitere Wirkung dieser strafrechtlichen Privilegierung von Beamten ist eine sagenhafte Verschleppung von Strafverfahren - alles nur dem Zweck dienend, Strafverfahren gegen fehlbare Beamte zu erschweren. Dabei müsste es aus demokratisch-rechtsstaatlicher Sicht gerade umgekehrt sein. Die mit dem Gewaltmonopol ausgerüstete Polizei müsste besonders streng zur Verantwortung gezogen werden bei strafbarem Fehlverhalten, dh Missbrauch des Gewaltmonopols wie im vorliegenden Fall.

Der VgT wird diese stossende Praxis anhand des vorliegenden Verfahrens breit öffentlich machen und wenn nötig bis vor den Europäischen Menschenrechtsgerichtshof gehen. VgT-Präsident Dr Erwin Kessler ist nicht so wehrlos wie tagtäglich viele andere Polizeiopfer, von denen die Öffentlichkeit nie etwas erfährt.

Erstes Ermächtigungsverfahren vor der Anklagekammer des Kantons St Gallens

Am 13. März 2015 reichte der VgT die Strafklage gegen die fehlbaren Stadtpolizisten ein. Am 3. Juli 2015 endlich traf der Entscheid der Anklagekammer ein, womit die Staatsanwaltschaft ermächtigt wird, eine Strafuntersuchung durchzuführen, allerdings darf die Staatsanwaltschaft jetzt vorläufig - so hält die Anklagekammer fest - nur zur namentlichen Identifizierung aller an den strafbaren Handlungen beteiligten Polizisten: "Ergeben sich konkrete Anhaltspunkte für ein strafbares Verhalten im Zusammenhang mit dem angezeigten Sachverhalt hat die Staatsanwaltschaft vorläufige Ermittlungen nach möglichen beschuldigten Personen vorzunehmen und der Anklagekammer ein erneutes Ermächtigungsgesuch einzureichen."  Wie gesagt: Alles ist so organisiert und darauf ausgelegt, fehlbare Polizisten zu decken und vor ihrer strafrechtlichen Verantwortung zu schützen.

Seither tut die Staatsanwaltschaft nichts mehr. Schubladisieren - ein beliebtes Mittel der Verwaltung gegen unbequeme Bürger.

Fortsetzung folgt -  in diesem voraussehbar Jahre dauernden demokratisch-rechtsstaatlichen Trauerspiel. Es geht um mehr als nur um eine gewaltsam verhinderte, friedliche Protestaktion gegen die grausame Pelz-Mode, es geht um Grundsätzliches, nämlich um den Schutz der Bürger vor machtgierigen Polizeikommandanten und willigen Mitläufern bei rechtswidrigen Polizeiübergriffen.

 

B. Verwaltungsrechtliche Beschwerde gegen diesen rechtswidrigen Polizeieinsatz

Verwaltungs-Beschwerde vom 28. Februar 2015
Rechtsbegehren:

1.      Es sei festzustellen, dass Art. 8 Abs. 1 lit. d) des Polizeireglements der Stadt St. Gallen vom 16. November 2004 (sRS 412.11) insofern einer grundrechtlichen Überprüfung nicht stand hält, als dass das Verteilen von Flugblättern, Programmen, Reklamezetteln und dergleichen auf öffentlichem Grund ohne Vorbehalt in Bezug auf die Anzahl verteilender Personen und die von ihnen ausgehende Nutzungsintensität des öffentlichen Grundes, mithin auch bei Verteilung nur durch bis zu drei Einzelpersonen ohne besondere Nutzungsintensität des öffentlichen Grundes (namentlich ohne Stände und dergleichen), als Beispiel für einen bewilligungspflichtigen gesteigerten Gemeingebrauch genannt wird;

2.      Weiter sei festzustellen, dass die vom Chef des Amtes für Bewilligungen der Stadtpolizei St. Gallen am 20. Dezember 2014 um ca. 15.01 Uhr an der St. Leonhard-Str. 4 mündlich aus-gesprochene Unterstellung der vor seinen Augen stattgefundenen Flugblatt-Verteilaktion durch den BF 1 unter die Bewilligungspflicht von Art. 8 des Polizeireglements der Stadt St. Gallen gesetz- und verfassungswidrig war;

3.      Weiter sei festzustellen, dass die vom Chef des Amtes für Bewilligungen der Stadtpolizei St. Gallen am 20. Dezember 2014 um ca. 15.01 Uhr an der St. Leonhard-Str. 4 gestützt auf das Polizeireglement der Stadt St. Gallen mündlich ausgesprochene Verfügung an den BF 1, mit welcher ihm die Bewilligung zur Benützung des öffentlichen Grundes zum weiteren Verteilen der tierschützerischen Flugblätter des BF 2 verweigert und dem BF 1 das weitere Verteilen derselben per sofort untersagt worden war, einer grundrechtlichen Überprüfung ebenfalls nicht standhält, mithin verfassungswidrig und daher nicht rechtmässig erfolgt war;

4.      Dementsprechend sei festzustellen, dass die durch die Stadtpolizei St. Gallen am 20. Dezember 2014 um 15.02 Uhr an der St. Leonhard-Str. 4 erfolgte Beschlagnahmung der vom BF 1 noch nicht verteilt gewesenen ca. 30 tierschützerischen Flugblätter des BF 2 un-rechtmässig war;

5.      Weiter sei festzustellen, dass die am 20. Dezember 2014 um 15.02 Uhr an der St. Leonhard-Str. 4 erfolgte gewaltsame polizeiliche Festnahme des BF 1 im Anschluss an die Beschlagnah-mung der von ihm noch nicht verteilt gewesenen ca. 30 Flugblätter unrechtmässig war;

6.      Schliesslich sei festzustellen, dass die am 20. Dezember 2014 um 15.01 Uhr an der St. Leonhard-Str. 3 stattgefundene Hinderung des BF 3 durch die Stadtpolizei St. Gallen, den BF 1 beim Verteilen der Flugblätter des BF 2 im öffentlichen Raum weiterhin zu filmen, nicht rechtmässig war.

Das kantonale Justizdepartement leitete die Beschwerde zuständigkeitshalber an den Stadtrat St Gallen weiter, weil der Stadtrat als erste Beschwerdeinstanz erachtet wird. Dort wird die Sache einfach untätig liegengelassen.

Der Stadtrat verschleppt das Verfahren in rechtswidriger Weise. Der Staat tut alles, um fehlbare Polizisten zu schützen. Dagegen wehrt sich der VgT mit einer

Rechtsverzögerungsbeschwerde vom 27. Juli 2015

 


Neue Einmann-Flyer-Aktion am Dienstag, 23. Dezember 2014, 14 bis 15 h, vor dem Modegeschäft Weber an der Oberen Bahnhofstrasse 47 in 9500 Wil SG.

"Weber, der Inhaber der Modegeschäfte Weber, erinnert mich an Abzocker Vasella. Wie dieser meint er, skrupellose Geschäftsinteressen würden alles rechtfertigen und solange nicht offensichtlich gegen geltende Gesetze geschäftet werde, könne Kritik wegen unmoralischem Verhalten einfach mit Staatsgewalt unterbunden werden. Nicht alles, was nicht ausdrücklich verboten ist, ist auch ethisch-moralisch vertretbar und darf nicht kritisiert werden. Diese Meinung hat auch das Bundesgericht vertreten, als es die Klagen von Vasella und Novartis vollumfänglich abwies.  Die Protestaktionen gegen den Pelzverkauf in den Modegeschäften Weber werden wir solange weiterführen, als der Verkauf dieser Tierquälerprodukte weitergeht. Nach der brutalen Verhaftung in St Gallen heisst es nun: jetzt erst recht!" Erwin Kessler, VgT.ch

Die Stapo Wil verhielt sich korrekt und anständig. Die friedliche Aktion konnte unbehindert ablaufen, alle Flugblätter waren um 15 Uhr verteilt. Weil die Polizeiverordnung der Stadt Wil vorschreibt, dass das Verteilen von Flugblättern generell nur mit Bewilligung erlaubt sei, machte die Kapo eine Verzeigung wegen Übertretung dieses Artikels - völlig korrekt. Erwin Kessler wird dagegen Einsprache erheben mit folgender Begründung, die er schon bei der Polizei zu Protokoll gegeben hat: "Die Polizeiverordnung der Stadt Wil ist bundesrechtswidrig. Gemäss Bundesgerichtspraxis ist das Verteilen von Flugblättern durch die Meinungsäusserungsfreiheit geschützt. Das Verteilen durch eine einzelne Person stellt keinen gesteigerten Gemeingebrauch öffentlichen Grundes dar und ist deshalb ohne Bewilligung erlaubt. Dies bestätigte das Untersuchungsamt Gossau mit einer sogenannten Nichtanhandnahmeverfügung vom 9. März 2015, womit die Verzeigung durch die Stapo Wil gegenstandslos geworden ist (keine Anhandnahme eines Strafverfahrens gegen Erwin Kessler).

Die Wiler Zeitung und die Thurgauer Zeitung  (beides sind Regionalausgaben des St Galler Tagblattes) schrieben völligen Mist über diese Aktion. Erwin Kessler hat folgende GEGENDARSTELLUNG verlangt:

Gegendarstellung zu "Kessler geht freiwillig mit": Kapo Wil brach die Flyer-Aktion nicht ab:  
Die Behauptung, ich hätte 40 Minuten lang Flugblätter verteilt, worauf dann die Kantonspolizei die Aktion unterbrochen habe, ist falsch. Richtig ist, dass die angekündigte einstündige Aktion von der Kantonspolizei nicht behindert oder beendet wurde. Erst nach 60 Minuten, dem offiziellen Ende der Aktion, wurde ich gebeten, zur Protokollierung der Verzeigung freiwillig mit auf den nahegelegen Posten zu kommen; dieser Bitte habe ich stattgegeben, da sich die Kapo korrekt und anständig verhielt, ganz im Gegensatz zur Stapo St Gallen. 
Erwin Kessler, Verein gegen Tierfabriken Schweiz VgT.ch

24. Dezember 2014
Verwaltungsbeschwerde gegen das Polizeireglement der Stadt Wil erfolgreich. Einmann-Flugblattaktionen nicht mehr bewilligungspflichtig

Die Beschwerde des VgT:

24. Dezember 2014

Stadt Wil
Pf 1372
9500 Wil 2

 Hiermit erhebe ich in eigenem Namen

 Verwaltungsbeschwerde

 gegen das Polizeireglement der Stadt Wil.

 Antrag:

 Artikel 4 Abs 2 lit b des Polizeireglementes der Stadt Wil sei dahingehend zu ändern, dass das Verteilen von Flugblättern durch Einzelpersonen von der Bewilligungspflicht ausgenommen wird.

 Begründung:

 1. Prozessuales: Aktivlegitimation

Die Bundesrechtswidrigkeit des angefochtenen Polizeireglementes setzt mich ungerechtfertigten Polizeimassnahmen aus. Ich bin deshalb unmittelbar rechtlich beschwert und damit aktivlegitimiert.
Beweis: Verzeigung durch Kapo Wil wegen meiner Einmann-Flyeraktion in Wil am 23.12.2014. Das kann und wird sich jederzeit wiederholen

 2. Rechtliches: Geltendes Bundesrecht zum Verteilen von Flugblättern durch eine  einzelne Person – Bewilligungspflicht auch für Einzelpersonen ist verfassungswidrig 

Eine Bewilligungspflicht stellt grundsätzlich einen Eingriff in die Meinungsäusserungsfreiheit dar und bedarf gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) einer dringenden Notwendigkeit bezüglich der öffentlichen Sicherheit. Eine solche Notwendigkeit ist beim Verteilen von Flugblättern durch eine einzelne Person offensichtlich nicht gegeben.

- BGE 96 I 586
- Literatur: Franz Riklin, Schweizerisches Presserecht, § 3 N 50 und 51

 Mit freundlichen Grüssen
 Dr Erwin Kessler, Verein gegen Tierfabriken Schweiz VgT.ch

Aufgrund dieser Beschwerde hat die Stadt Wil das Polizeireglement verfassungskonform angepasst (Beschwerde-Antwort der Stadt Wil). Das Verteilen von Flugblättern ist nicht mehr generell bewilligungspflichtig.

* * *

Samstag, 27. Dezember 2014
Einmann-Flyer-Aktion vor der Mode Weber Filiale in Wattwil
, 14-15 Uhr.
Die Flyer-Aktion - diesmal auch mit Umhängeplakate ausgerüstet - konnte ungestört durchgeführt werden. Die Polizei trat nicht in Erscheinung, hat offenbar dazugelernt. Noch lernen muss Weber, nämlich keine Tierquäler-Produkte mehr zu verkaufen.

 

11. November 2015:
Erwin Kessler wiederholte die Pelzaktion gegen Mode Weber, die letztes Jahr von der Polizei gewaltsam abgebrochen wurde - erneut Polizeiwillkür - aber Staatsanwalt gibt Kessler recht

 

6. Februar 2016:
Erneut Kundgebung gegen Mode-Weber: JEDER PELZ IST EINER ZU VIEL!

 

 

 


Medienspiegel:

Ostschweiz am Sonntag 21. Dezember 2014

Erwin Kessler lässt nicht locker  St Galler Tagblatt 22. Dezember 2014

20minuten, 22. Dezember 2014

Anti-Pelz-Flyer-Aktion vor Mode Weber in Wil am 23. Dezember 2014: Wiler Zeitung und  Thurg Zeitung schreiben völligen Mist:
- Wiler Zeitung, 24. Dezember 2014
- Thurgauer Zeitung, 24. Dezember 2014
- Wlier Zeitung, Richtigstellung und Leserbriefe, 30. Dezember 2014

Ostschweiz am Sonntag, 28. Dezember 2014

Kein Strafverfahren gegen Kessler, St Galler Tagblatt, 12. März 2015

Mode Weber platzt der (Pelz-)Kragen, St Galler Tagblatt und Thurgauer Zeitung, 13. November 2015

Pelz-Flugblattaktion bei Mode Weber diesmal ohne Zwischenfall, St Galler Tagblatt, 16. November 2015.
Kommentar: "Nicht bewilligungsfähige Aktion" obwohl keine Zwischenfälle und Polizei nicht eingreifen musste. Wie passt das zusammen?

Erdrückende Beweise für Polizeiübergriffe, St Galler Tagblatt, 18. November 2015

Pelzdemo bei Mode Weber: "Keine Busse gegen Kessler.", St Galler Tagblatt und Thurgauer Zeitung 26. Januar 2016

Stapo St Gallen: Erneut Freiheitsberaubung - mit Rückblick auf Fall Kessler, TeleOstschweiz tvo, 21. April 2016:

 


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