2. Januar, ergänzt am 19. Januar 2018

Thurgau:

Jäger erschiesst versehentlich 4 Schafe. Weitere 3 wurden angeschossen und mussten notgeschlachtet werden


Symbobild

In der Freitag-Nacht, 29. Dezember 2017, hat Jäger Paul Reinhart aus Kalthäusern im Raum Affeltrangen-Thundorf versehentlich 4 Schafe erschossen, die er mit Wildschweinen verwechselte. Dieser Vorfall hat für ihn keine Konsequenzen, weder strafrechtliche, noch wird ihm die Jagdlizenz entzogen. Darum veröffentlichen wir seinen Namen - damit die Sache für Seinesgleichen doch noch eine abschreckende Wirkung hat, wenigstens als sozialer Pranger.

Neben den vier Schafen, die sofort getötet wurden, sind drei weitere von den Schüssen so schwer verletzt worden, dass sie notgeschlachtet werden mussten. Dies bestätigt Metzger Erwin Schenk aus Bänikon, der die Notschlachtung vorgenommen hat.

Man fragt sich, auf was Jäger eigentlich zielen, wenn sie ganz andere Tiere oder sogar Menschen erschiessen, die sie mit Wild verwechseln. Sicher nicht auf das Herz! Einfach auf alles was sich bewegt? Offenbar schon. Ein kompetenter Jagdkenner vermutet folgenden Ablauf des Geschehens:

Da ist einer nachts zur Jagd gegangen, mit Auto (eher) oder von einem Hochsitz aus bleibe dahingestellt, hat durch sein Nachtsichtgerät ein paar dunkle "Bollen" gesehen (liegend oder fressend, auf 100 m kann man das nicht mehr gut unterscheiden) und war überzeugt, dass das Wildschweine waren. Dann hat er geschossen und da die anderen Schafe natürlich nicht wegliefen, nicht wie in der Regel Wildschweine das tun, hat es nochmals geknallt, und nochmals und nochmals. Dann war es ruhig und er ist "voller Erlegerstolz" zu seiner Beute hingegangen und fand die Schafe vor. Kein guter Anblick.

Ich habe einen Jäger gefragt, mit was ich einmal verwechselt werden könnte, wenn ich im Wald spaziere. Die Antwort, "wahrscheinlich mit einem Esel" darf nicht über den Ernst der Sache hinwegtäuschen. Dieses überflüssige Freizeitmorden beunruhigt und terrorisiert nicht nur das Wild, sondern macht unsere Wälder auch für Spaziergänger und Liebespaare unsicher - zumindest nachts.

Wie vermutet hat sich der Schaf-Jäger tatsächlich beim Schäfer "freigekauft".  Wieviel er dem Schäfer bezahlt hat, wollte er mir nicht sagen. Jedoch entgegen der Vermutung einiger Leser war der Jäger nicht alkoholisiert. Sowas passiert im Normalzustand!

Nach unserem schwachen Tierschutzgesetz ist nur vorsätzliche Tierquälerei strafbar, nicht jedoch grobfahrlässige. Ich sehe deshalb keine Chance für die Anzeige des Thurgauischen Tierschutzverbandes wegen Tierquälerei.  Allerdings stellt sich die Frage, ob die Verwendung eines Nachtsichtgerätes legal war, denn das ist grundsätzlich verboten, und ob eine Ausnahmebewilligung vorlag, ist zweifelhaft. Der Jagdinspektor muss dieser Frage nachgehen und ich werde mitverfolgen, nötigenfalls über parlamentarische Vorstösse, ob dies richtig abgeklärt wird und was die Konsequenzen sind. Abschreckende Wirkung für verantwortungslose Jäger wird das aber sowieso kaum haben. Darum bleibt nur das öffentliche Anprangern und deshalb haben wir den Namen des Jägers bekannt gemacht:

Erwin Kessler, VgT.ch

 

Strafanzeige des VgT gegen den Jäger wegen Tierquälerei
Damit unterstützen wir die Strafanzeige des TTSV und erweitern den strafrelevanten Sachverhalt: Die verletzten Schafe wurden am folgenden Tag notgeschlachtet, anstatt  sofort mit einem Fangschuss erlöst.

 

Medienspiegel:

fm1-today

Blick

Das St Galler Tagblatt/Thurgauer Zeitung hat es einmal mehr fertig gebracht, den VgT als Quelle der Informationen zu unterschlagen. Das St Galler Tagblatt hat es kürzrlich auch unterlassen, für den Tierschutz katastrophale Falschinformationen (Schweine würden sich in Tiefabriken wohl fühlen, unter völliger Fehlinterpretation von Verhaltensmerkmalen) richtig zu stellen.

 

 

 


Inhaltsübersicht vgt.ch