Biosuisse kann mit dem Schächten leben

14. März 2002, aktualisiert am 9. Juni 2011                                      Web-Code: 200-025

Bio-Suisse befürwortet grausames Schlachten ohne vorherige Betäubung!

von Erwin Kessler, Verein gegen Tierfabriken

In der Vernehmlassung zur Revision des Tierschutzgesetzes hat die Bio-Suisse das grausame, betäubungslose Schächten, das heisst die die Abschaffung der Betäubungsvorschrift für rituelles Schlachten befürwortet (siehe "Biologisch schächten")

In einem Schreiben an den VgT hat der damalige Bio-Suisse Geschäftsführer Christof Dietler dieses tierverachtende Ja zu Grausamkeiten an wehrlosen Tieren zu rechtfertigen versucht: "Der Vorstand der BIO SUISSE kann im Sinne der Religionsfreiheit mit der Aufhebung des Schächtverbotes leben." Ob die zu Tode gefolterten Schächtopfer damit leben können, interessiert ihn offenbar nicht. 

Wie Bio-Suisse-Präsidentin Regina Fuhrer gegenüber dem VgT bestätigte, hat sie diesen tierverachtenden Entscheid, der offenbar von einer Mehrheit des Vorstandes mitgetragen wurde, persönlich unterstützt.

Der Grüne Nationalrat Ruedi Baumann meinte dazu lakonisch, dieser Entscheid sei wohl kaum mit der Basis abgesprochen worden. Tatsächlich muss man sich fragen, wie lange die Biobauern noch solche Typen an ihrer Spitze dulden, die zu Tierquälereien ja sagen, die sogar von den Metzgern abgelehnt werden. (Die Metzger haben sich in der Vernehmlassung klar gegen das Schächten ausgesprochen, ebenso wie der Bauernverband, alle Tierschutzorganisationen und die meisten Parteien.

Bio-Suisse-Präsidentin Regina Fuhrer, welche die Unterstützung des betäubungslosen Schächtens persönlich unterschrieben hat, steht auch hinter der in den Bio-Suisse-Richtlinien erlaubten Verstümmelung von Kühen durch Enthornen - ebenfalls ein Ausdruck einer tierverachtenden Instrumentalisierung der "Nutztiere" zu reinen Produktionseinheiten.

Mit dieser verfehlten Politik der Bio-Suisse werden beim heutigen Bio-Boom, wo zahlreiche Landwirte auf Bio umstellen, verheerende Sachzwänge geschaffen. Das Enthornen entspricht nicht der Vorstellung der Konsumenten von einer naturnahen, tiergerechten Bio-Landwirtschaft und ist darum längerfristig sicher nicht haltbar. Heute ist das Enthornen nur unter den Labeln "Demeter-Bio" und "kagfreiland" verboten. Bis sich dereinst auch die Bio-Suisse wird dazu durchringen müssen, werden massenhaft zu enge Laufställe entstanden sein, die auf enthornte Kühe ausgerichtet sind. Jetzt schon vorauszuhören ist dann der Ruf nach Bundessubventionen, um die heutigen Investitionsfehler dannzumal auf Kosten der Steuerzahler zu sanieren. Die betrogenen Konsumenten werden dann auch noch als Steuerzahler zur Kasse gebeten, während die Verantwortlichen keine Verantwortung tragen müssen und deshalb heute die Bio-Suisse bedenkenlos mit arroganten Sprüchen auf einen Holzweg führen können. Wer planlos und kopflos seinen Weg geht, kann leicht glauben, einen Weg unter den Füssen zu haben, der durch den Wald hindurch zum Ziel führe, kommt dann aber plötzlich nicht mehr weiter, weil der Holzweg im Gestrüpp endet.

 



Die Bio-Suisse hat auch unter der heutigen neuen heutiger Leitung die Unterstützung des betäubungslosen rituellen in ihrer Stellungnahme an den Bundesrat nicht zurückgenommen und sich von dieser barbarischen Tierquäler nicht distanziert. (mehr zum Schächten hier)

Auch das Verstümmeln von Bio-Tieren durch Enthornen geht unter der neuen Leitung weiter.

In einem Pressse-Communiqué hat die Bio-Suisse ihre skandalöse Befürwortung des Schächtens im Nachhinein mit der Behauptung zu rechtfertigen versucht, die Bio-Suisse befürworte nur Schächten mit Betäubung. Das ist eiskalt gelogen: Die Bio-Suisse hat mit Ihrer Vernehmlassung an den Bundesrat ganz klar und eindeutig die Aufhebung der Betäubungspflicht "aus religiösen Gründen" befürwortet! Das Schächten mit vorgängiger Betäubung ist selbstverständlich erlaubt, war noch nie verboten und niemand will das verbieten, aber aus jüdischer Sicht ist Schächten mit Betäubung eben kein Schächten. Das Wesentliche am jüdischen Schächten ist gerade, dass die Tiere nicht betäubt werden. (Bei den Moslems wird das unterschiedlich gehandhabt.)

Am 9. Juni 2011 hat die Bio-Suisse dies Rechtfertigungs-Lüge an einer öffentlichen Gerichtsverhandlung arglistig neu vorgebracht! (An dieser Gerichtsverhandlung ging es um diverse Verleumdungen der Bio-Suisse gegen den VgT, um von Missständen, die vom VgT zu Recht kritisiert werden, abzulenken.)

Mit diesem verlogenen Rechtfertigungsversuch zeigt die Bio-Suisse ihre tier- und menschenverachtende Gesinnung. Dieser Organisation kann man wirklich nichts glauben. Wir werden die Konsumenten nachhaltig darüber aufklären. Und einmal mehr hat sich diese Empfehlung des VgT als die einzig richtige erwiesen: Essen Sie vegetarisch - Ihrer Gesundheit und den Tieren zuliebe!

Das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) war einst ein Ort fortschrittlichen Denkens. Der heutige Direktor, Urs Niggli, nahm den tierverachtenden Entscheid der Bio-Suiss-Präsidentin zugunsten des grausamen Schächt-Schlachtens mit den Worten in Schutz, es handle sich nach seiner Ansicht um einen "glaubwürdigen" Entscheid und solche "Persönlichkeiten" "imponierten" ihm. Niggli ist offenbar nicht allein. Vielmehr scheint die Mehrheit der Trägerorganisationen der Bio-Suisse diese tierverachtende Haltung mitzutragen. Filz also auch in der Bio-Szene.  

Bei einer solchen tier- und menschenverachtenden, verlogenen Gesinnung bei der Bio-Suisse ist es nicht erstaunlich, dass der VgT ständig Tierschutz-Missstände auf Bio-Betrieben antrifft, die weit weg sind von dem, was Bio-Suisse den Konsumentenin der Werbung verspricht. Verlogenheit auch gegenüber den Konsumenten.

Leserreaktionen dazu im Forum.


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