Schweinereien hinter Appenzeller-Käsereien

VN2000-1 / Januar 2000

Schweinereien hinter Appenzeller-Käsereien

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Ein Tisch-Set aus einem Restaurant auf dem den Konsumenten suggeriert wird, Appenzeller-Käse komme aus dem «kleinen, sympathischen» Appenzellerland. Klein, sympathisch, traditionell - urwüchsige Natur, das ist die versteckte Werbebotschaft. Die Realität ist das Gegenteil, wie dieser Bericht zeigt: unter grauenhaften Zuständen werden mit der Schotte aus der Käseproduktion Schweine gemästet, und auch die Kühe laufen nicht auf den Appenzeller-Alpweiden herum!

 

Appenzeller Dorfkäserei Schwellbrunn:

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Appenzeller-Käserei in Necker/SG

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Zweistöckige Tierfabrik direkt an der Hauptstrasse. In vollgestopften Abteilen vegetieren die Tiere lebenslänglich im eigenen Kot, in feucht-schwülem, stickigem Klima. Ungezifer aller Art huscht über die Wände. Die Tiere husten ständig.Keinerlei Beschäftigung. Immer nur kahle Wände und das Gedränge der Artgenossen: KZ!

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Der Gegensatz:
Ausstellungs-Schweine an der Ostschweizer Landwirtschafts-Messe OLMA

- eine verlogene Schau, die beweist, dass die gewerbsmässigen Tierquäler genau wissen, wie Schweine artgerecht zu halten wären.

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Die Realität sieht völlig anders aus, als an der OLMA gezeigt, aber das erfährt die Öffentlichkeit praktisch nur aus den «VgT-Nachrichten», die deshalb in hoher Auflage - diesmal 500 000 - gedruckt und breit gestreut werden. Ihre Spende hilft uns, diese Aufklärungsarbeit weiterzuführen, damit immer mehr Menschen kein Fleisch mehr essen.

 

Appenzeller-Käserei in Bütschwil/SG:
Tierquälerische Massen-Intensivtierhaltung. Völlig verkotete Tiere, die Wände übersäht mit Ungeziefer:

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Nachtrag vom Dezember 2000:
Dieser Schweinestall der Appenzellerkäserei Bütschwil wenige Monate nach Erscheinen dieses Berichtes in den "VgT-Nachrichten" stillgelegt worden. Siehe www.vgt.ch/news/001224.htm


 

Appenzeller-Käserei Kohler, Wängi/TG:
Mutterschweine in Kastenständen, auf dem harten Boden im eigenen Kot:

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Die gesetzlich vorgeschriebene Beschäftigung mit Stroh oder ähnlichem fehlt. Eine Anzeige hat nichts bewirkt.
Zusätzlicher Terror: Seit Jahren brennt die ganze Nacht durch helles Licht im Stall, um die Brunst zu beschleunigen. Das ist klar verboten (Tierschutzverordnung Artikel 14).

 

Der Gegensatz an der OLMA:

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Appenzeller-Käserei Züberwangen/SG:

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Der ganz normale Wahnsinn. Mutterlose, früh-abgesetzte Ferkel auf kahlem Betonrostboden ohne Strohbett und Beschäftigung.

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Appenzeller-Käserei Räss in Winzenberg bei Lütisburg/SG:

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Siehe die Reaktion von Räss auf diese Veröffentlichung im Forum!

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Mutterschweine in Kastenstand-Käfigen auf dem nackten, verkoteten Betonboden.

Der Gegensatz an der OLMA:

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Die Idylle an der OLMA trügt: Dieses Mutterschwein lebt vor und nach der Messe auf dem harten, einstreulosen Boden in der Schweinefabrik von Schweinemäster Rusch in Gonten/AR. Der rote Pfeil zeigt eine Druckstelle am Schultergelenk - typisch für Schweine in Intensivhaltung auf dem harten Boden.

 

Werbelügen für Appenzeller-Käse

Es gibt 110 Appenzellerkäsereien, die allermeisten im Kanton St Gallen und nur gerade zwei im Appenzellerland. Das hindert die Säntis-Molkerei nicht daran, in ihrem Werbefilm in den Schaukäserei in Stein/AR zu behaupten:

«Das Appenzellerland hat alle Voraussetzungen für hervorragenden Käse, sei es nun Gras oder Heu, gesunde, leistungsfähige Kühe und qualitätsbewusste Bauern.... Appenzellerkäse ist wirklich etwas ganz Besonderes - mit viel Liebe und Erfahrung hergestellt von Appenzellerln im Appenzellerland.»

Diese Werbelüge wird den ganzen Film hindurch von nostaligschen Aufnahmen aus dem Appenzellerland untermalt.

In Wahrheit wird die Milch für den Appenzeller-Käse nicht von glücklichen Alpkühen geliefert, wie im Werbefilm gelogen wird, sondern hauptsächlich von St Galler Kühen, die oft den grössten Teil ihres Lebens an der Kette verbringen. Der Nichtvollzug des Tierschutzgesetzes im Kanton St Gallen ist ein endloses Drama. Noch viel schlimmer als den Kühen geht es den Schweinen. In Kanton St Gallen gibt es mehr Schweine als Menschen. Trotzdem muss man Schwein haben, um einmal ein Schwein zu sehen, denn schätzungsweise 90-95 Prozent von ihnen leben unter tierquälerischen Bedingungen in Intensivhaltungen, wo sie auf engstem Raum zusammengepfercht im eigenen Kot liegend dahinvegetieren. Solche KZ-artigen Zustände, wie sie hier mit neuen Aufnahmen dokumentiert werden, sind laut einem Rapport des St Galler Veterinäramtes in der Schweiz «normal». Mit der Begründung, wenn in solchen vom VgT aufgedeckten Fällen eingeschritten würde, müsste fast überall eingeschritten werden. Und gegen allgemein verbreitete Missstände will das St Galler Veterinäramt nicht einschreiten. Seinen Auftrag sieht es nicht im gesetzlichen Auftrag, gegenüber den Tierhaltern die Tierschutzvorschriften durchzusetzen, sondern im politischen Auftrag, die gewerbsmässigen Tierquäler vor den Tierschutzvorschriften zu schützen. Aus der Tierschutzverordnung wird so eine Tierhalterschutzverordnung gemacht. Zwanzig Jahre nachdem das Schweizervolk mit überwältigendem Mehr ein eidgenössisches Tierschutzgesetz gutgeheissen hat, welches vorschreibt, dass Tiere artgerecht, ihren Bedürfnissen entsprechend gehalten werden müssen, merken die meisten Schweine noch rein gar nichs von Tierschutzvorschriften. Weil Demokratie und Rechtsstaat versagen, ist die letzte Hoffnung der Millionen leidender Nutztiere in der Schweiz der Konsumboykott, der Rückgang des Fleischkonsums. Konsumenten, welche diese ethische Verantwortung wahrnehmen, leisten auch ihrer eigenen Gesundheit einen guten Dienst, denn die verbreitete Überernährung mit tierischen Fetten und tierischem Eiweiss ist eine wesentliche Ursache der sich trotz High-Tech-Medizin weiter ausbreitenden tödlichen Zivilisationskrankheiten.

So wird Werbung gemacht für das Appenzellerland: glückliche Kühe und Schweine spazieren auf den Alpweiden herum (Abbildung auf einer Restaurant-Glace-Karte):

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Ähnliche Bilder werden auch im Werbefilm der Appenzeller-Schaukäserei Stein der Säntis Molkerei gezeigt. Aus diesem Appenzeller-Tierparadies soll der Appenzeller-Käse kommen, behauptet die Werbung.

Die Realität sieht anders aus: KZ-artige Tierfabriken, hier bei der Appenzeller-Käserei in Niederbüren/SG: Tierquälerische Massen-Intensivtierhaltung:

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Schweinefabrik der Appenzeller- Schaukäserei (Säntis-Molkerei) in Stein/AR.

Hier wird neben konventionellem auch Bio-Käse hergestellt. Die Tiere in der zugehörigen Schweinefabrik, merken nichts von «Bio». Wer Bio-Käse konsumiert unterstützt dieses Tierelend ebenfalls. Auf wiederholte Anzeige des VgT hin wurde die Schaukäserei Stein kürzlich zum zweiten mal wegen Verstoss gegen die Tierschutzvorschriften gebüsst und ein übler Maststall wurde stillgelegt. Das Tierelend im Zuchtstall, wo die Muttertiere in Folterkäfigen eingesperrt sind, geht indessen weiter:

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Usego, welche die Vis-à-vis/Primo-Läden beliefert, und Coop haben uns die Auskunft verweigert, welche Käsereien ihren Bio-Appenzeller herstellen. Offenbar ist man sich bei diesen Grossverteilern bewusst, dass die dortigen Zustände nicht an die Öffentlichkeit dürfen.

Urin saufende, durstende Schweine in der
Bio-Käserei Kälin in Obersteinach

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Fressen, koten und schlafen immer am gleichen Ort im Gedränge mit stinkenden, verkoteten Artgenossen. Das ist das «Leben» der Mastschweine der Bio-Käserei Daniel Kälin in Obersteinach/SG. Wasser erhalten sie nicht, zum Fressen auch nichts, die gesetzlich vorgeschriebene Beschäftigungsmöglichkeit (Stroh) fehlt gänzlich. Nur täglich zweimal salzige Suppe aus Molke (Käserei-Abfall) schlürfen. Das gibt durst, aber keine Wassertränke-Nippel wie in Schweineställen üblich, da Schweine in kurzen Zeitabständen immer wieder Wasser saufen! Die Tröge halb voll mit dieser salzigen Suppe, saufen die Tiere gierig den Urin, wenn ein Artgenosse uriniert.

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Im Stallgang ein krankes Tier, das nicht mehr aufstehen kann. Die Zunge dieses kranken Tieres hängt heraus - ein sicheres Zeichen von extremem Durst. Schweine lassen sonst nie wie Hunde die Zunge heraushängen. Offenbar zum langsamen Verrecken in den Stallgang geworfen:

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Die Schweine im Kanton St Gallen werden zu schätzungsweise 90 Prozent so gehalten, als ob es kein Tierschutzgesetz gäbe. Der Agro-Filz vermag die Durchsetzung der Tierschutzvorschriften wirksam zu verhindern. Anzeigen gegen Beamte, welche den Vollzug des Tierschutzgesetzes amtsmissbräuchlich verhindern, sind von der Anklagekammer des Kantons St Gallens (Präsident Dr H Notter) immer wieder mit den fadenscheinigsten Argumenten blockiert worden, so dass keine Strafuntersuchung in Gang kam. Beispiel: Wenn der VgT eine Anzeige wegen Tierschutzmissständen machte, meldeten die Veterinärbeamten dem Angezeigten die Kontrolle im voraus an, so dass dieser seinen Stall vorübergehend in Ordnung bringen und die Beamten rapportieren konnten, der VgT habe wieder einmal eine haltlose Anzeige gemacht. Notter fand dieses Verhalten als im Ermessen der Beamten liegend, obwohl hier ganz klar der Straftatbestand der Begünstigung und des Amtsmissbrauches vorlag.

Der Politfilz, der den Vollzug des Tierschutzgesetzes sabotiert, schiebt die Schuld für das Tierelend immer wieder auf den Konsumen, der für artgerechte Tierhaltung nicht mehr zu bezahlen bereit sei. Eine bodenlose Frechheit, solange Konsumenten mit Bio derart betrogen werden.

Solche Schweinereien gibt es nicht nur bei Appenzeller-Käsereien. Emmentaler-, Tilsiter- und andere Käsereien sind nicht besser. Der Grund, dass wir uns speziell mit Appenzeller-Käsereien befasst haben, ist die grossspurige und konsumententäuschende Werbung, die für Appenzeller-Käse betrieben wird: Die Säntis AG zeigt in ihrer Schaukäserei in Stein einen Werbefilm, in dem die herstellung von Appenzellerkäse wie folgt geschildert wird: Glückliche Kühen auf Appenzeller Alpweiden geben die Milch, die dann zu Appenzeller-Käse verarbeitete wird...

 

Appenzeller-Bio-Käserei und Restaurant «Berghof» in Aewil/SG

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Üble Intensivtierhaltung «Bio». Die Opfer merken rein gar nichts von Bio, und die Kunden auf der Restaurant-Terrasse, welche die Aussicht bewundern, haben keine Ahnung, was sich wenige Schritte hinter ihrem Rücken abspielt. Ebenso ahnungslos sind die Käs-Konsumenten, welche, nicht die VN lesen. Alle andern Medien berichten nie offen, wie es wirklich in den Schweizer Tierfabriken aussieht.

 

Appenzeller-Käserei Magdenau in Wolfertswil/SG
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Unbehandeltes verletztes Auge:

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Riesen-Geschwür am Bauch:

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Schweinefabrik bei Appenzeller-Käserei Dietfurt/SG

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Appenzeller-Käserei Niederdorf-Gossau/SG

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Der Gegensatz an der OLMA:

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Appenzeller-Käserei Unterrindal/SG

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Vollspaltenboden: Die Tiere leben auf einem Betonrost direkt über den Güllenkanälen. Fressen, Koten, Schlafen am gleichen Ort auf dem harten Boden. Die gesetzlich vorgeschriebene Beschäftigung mit Stroh oder Ähnlichem fehlt.

 

Appenzeller-Käserei Wald-Schönengrund/SG

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Appenzeller-Käserei Weieren/SG

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Darum: Essen Sie vegetarisch - Ihrer Gesundheit und den Tieren zuliebe!


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