Forum Oktober bis Dezember 2000 Anmerkungen und Kommentare der Redaktion sind violett hervorgehoben 2. Oktober 2000 Der Verrat Im Herzen Afrikas geboren (Ostschweizer Eltern), bin ich als Einzelkind mit vielen
wilden Tieren aufgewachsen. Wildkatzen gebaren ihre Jungen in meinem Puppenhaus, eine
zahme Gazelle schlief mit meinem Hund und anderem Getier in meinem Kinderzimmer, junge
Elefanten, Hyänen und Schlangen waren meine Spielgefährten. Mein Vater (Kaffeeplantagen)
war ein passionierter Grosswildjäger und später, nach dem Krieg, als alle Tiere in den
Zoos der Kriegführenden Länder ausgestorben waren, wurde er zum Hobby-Tierfänger und
belieferte alle diese Zoos mit Elefanten, Zebras, Giraffen, Nashörnern, Gnus, Büffel,
Gazellen, Ameisenbären, Schlangen, usw., usf. Wir selbst hatten auch einen grossen Zoo,
einen Schweizer Tierarzt, südafrikanische Tierfänger etc. Für mich war dies alles
absolut normal; ich war konditioniert von Kindesbeinen an und wusste nichts anderes (daher
bin ich so tolerant mit meinen Mitmenschen und verurteile sie nicht, um nicht selbst
verurteilt zu werden). Erst viel später, als ich längst erwachsen war, realisierte ich
die Ungeheuerlichkeit meiner Situation. Wenngleich mein Vater hoch und heilig versprochen
hatte, meine zahme Gazelle Pinggeli nie zu verkaufen, liess er sich doch vom Direktor des
Mailänder Zoos dazu überreden. Bei seinem Besuch auf unserer Farm war er nämlich von
Piggeli so sehr beeindruckt, dass er sagte, ohne dieses Tier würde er nicht nach Mailand
zurückkehren. Er brauche es unbedingt als Spezialattraktion für die Kinder, da die
Gazelle sich berühren liess, was eine grosse Seltenheit ist. Eine Reisekiste wurde für
Pinggeli gebaut und in Unkenntnis der Dinge flehte ich meinen Vater an, dem Tier
wenigstens eine schön grosse und komfortable Kiste für die drei bis vierwöchige Reise
herzustellen, was mein Vater dann auch mit Vorbehalten machen liess. Da Pinggeli sich
weigerte, in diese Kiste hineinzugehen, bat mich mein Vater, dies zu bewerkstelligen. Ich
ging in den Garten und pflückte für mein Lieblingstier einen Strauss der schönsten
Rosen (Pinggeli liebte Rosenblätter über alles!). Mit dem Strauss in der Hand ging ich
zur Kiste und natürlich folgte mir die Gazelle arglos. Ich zwängte mich mit den Rosen in
die Kiste hinein, Pinggeli folgte nach und als sie drinnen war, ging ich blitzschnell
hinaus und die Kiste wurde geschlossen. In meinem ganzen Leben werde ich den Ausdruck in
den Augen dieses Tieres nie mehr vergessen, als es realisierte, dass ich es betrogen und
überlistet hatte. Die heissgeliebten Rosenblätter blieben liegen - und auf der
Schiffahrt brach sich Pinggeli ein Bein, weil die Kiste zu gross war. Dieses Bein wurde
nie wieder gut, so dass in Mailand ein verschüchtertes und verkrüppeltes Tier ankam,
statt die Attraktion des Zoos! Reaktion auf die Verurteilung von VgT-Präsident Erwin Kessler zu 45 Tagen Gefängnis unbedingt wegen seiner Kritik am jüdischen Schächten (rituelles Schlachten von Tieren bei vollem Bewusstsein, ohne Betäubung): 5. Oktober 2000 Wir sind empört ber die Verurteilung von Dr. Erwin Kessler. Er hätte mit
seiner überfälligen Kritik an einem hoffnungslos veralteten Irrglauben den Prix Courage
verdient, und nicht das Gefängnis.
5. Oktober 2000 Maulkorb bis in den KnastNun hat auch das Bundesgericht das Obergerichts-Urteil gegen den Tierschützer Erwin Kessler wegen seiner beissenden Kritik am jüdischen Schächten bestätigt. Es ist eine Schande, diesen wehrhaften, uneigennützigen und couragierten Kämpfer für die Tiere ins Gefängnis zu werfen, bloss weil er einem Volk die Stirne bietet, welches das schlimmste Tierleid verursacht, aus eigener Vergangenheit jedoch wissen müsste, was Panik, Todesangst, unbeschreibliche Schmerzen und gnadenlose Hilflosigkeit bedeutet. Genau das sind wohl die treffendsten Worte, um das Schächten, sofern es überhaupt beschrieben werden kann, in Worte auszudrücken. Wir müssen endlich aufhören Tierquälereien, wie das äusserst schmerzhafte Schächten (betäubungsloses Schlachten), als "normal" und "zeitgemäss" zu betrachten. Wann endlich sind Tierquälereien wie in diesem Fall das Schächten und die Kritik an einem ihren Wahnsinn nicht ändern wollenden Volkes wie der Juden, keine "Tabu-Zone" mehr? In der heutigen Zeit (Jahr 2000!!!) noch gleich zu schlachten, wie damals, als es noch keine Bolzenschussgeräte oder elektrische Betäubungsmöglichkeiten gab, ist eine unentschuldbare Schande. Diese Verbrechen müssen diskutiert, dokumentiert, beschrieben und bekämpft werden dürfen, ohne auf Hautfarbe, Geschlecht und Religion achten zu müssen. Nur dann ist eine faire Auseinandersetzung möglich. Das Antirassismus-Gesetz beweist mit dem Fall "Kessler" eindeutig, wie klein der Spielraum für Vergleiche und laute, beissende Kritik geworden ist. Ich schäme mich für mein Land, in dem Gerechtigkeit klein geschrieben und alles nur noch dem Geld und Ansehen geopfert wird. Meiner Meinung nach gehören Tierquäler in den Knast und nicht Leute wie der Tierschützer Erwin Kessler, der das Tabu "Schächten der Juden" thematisierte. Es wird wohl noch viel Blut der Nutztiere aus lebenden, aufgeschlitzten Kehlen fliessen, bis endlich der Hinterletzte gemerkt hat, dass Erwin Kessler doch nicht Unrecht hatte. Vielleicht macht ihn gerade die unsinnige Gefängnisstrafe endgültig zum Helden und zur lebenden Tierscühtzer-Legende. Roland F, Glattfelden
6. Oktober 2000 Ich war heute morgen total entsetzt, dass Du ins Gefängnis musst. DAS IST EIN
SKANDAL SONDERGLEICHEN. Bin jetzt noch sprachlos. Eines sollst Du wissen, wir halten immer
zum VgT und zu Dir, egal was passiert, mit mir kannst Du immer rechnen. Ich danke Dir. Wenn dieser Staat kein Unrechtsstaat wäre,
würde diese endlose, ungeheure Massentierquälerei, die wir in jeder Ausgabe der
VgT-Nachrichten wieder neu enthüllen, nicht geduldet und dann bräuchte es meine
Tierschutzarbeit nicht. Aber die Situation ist eben umgekehrt: Tierquäler werden
geschützt und subventioniert und Tierschützer, die sich mit dem Regime nicht
arrangieren, wie Verbrecher behandelt. Mit Postzensur und Gefängnis und all der anderen
tagtäglichen Verwaltungs- und Justizwillkür (www.vgt.ch/justizwillkuer/index.htm)
gegen mich und den VgT versucht man mich zu zermürben und zum Schweigen zu bringen. Das
ist nicht überraschend. So ging es schon immer zu und her, seit es Geschichtsschreibung
gibt, wenn ein Regime Missstnäde vertuschen muss.
6. Oktober 2000 Lieber Erwin, sie wollen dich also in den Knast stecken. Falls es dazu kommt,bin
ich sicher, dass das auch seine PR-Wirkung haben wird, wenn ein bekannter Mann wie Du ins
Gefängnis geht für die Tiere, die irgendwo dauernd beliebig verachtetes, gebrauchtes und
missbrauchtes Objekt von Menschen sind. Jetzt schon werde ich öfters an Dich denken, dass
die Sache insgesamt eine grosse und positive Wendung nehmen soll. Segen und Schutz von
Gott und der Grossen Mutter für alles was kommt.
8. Oktober 2000 Jesus lehnt sich gegen die Korruption im Gotteshaus auf, schimpft die
Schriftgelehrten "Heuchler und Schlangenbrut"
und wirft die Geldwechsler und Händler aus dem Tempel - er wird gekreuzigt.
9. Oktober 2000 Hallo Erwin 11. Oktober 2000 Eine anonyme Zuschrift (die grossen Helden melden sich immer anonym): Ermatingen-Untersee im Oktober 2000 11. Oktober 2000 Grausames Schächten an unschuldigen Kreaturen 12. Oktober 2000 Schlachttier-Transit durch die Schweiz - und die Behandlung von Leserbriefen Leserbrief an das Bülacher Tagblatt: Im Neuen Bülacher Tagblatt war zu lesen, dass ein Entwurf des Bundesamtes für
Veterinärwesen künftig den Bahntransit für Schlachttiere erleichtern sollte.
Persönlich bin ich gegen die tierquälerischen, an die Deportationen des 2. Weltkrieges
erinnernden Todestransporte, ob sie nun auf den Schienen oder auf den Strassen stattfinden
und Menschen oder Tiere betreffen. Aus der Sicht der Agro- und Fleischlobby ist es
eigentlich ziemlich einleuchtend, dass die grauenhaften Tiertransporte vertuscht, also im
Hintergrund per Bahn anstatt öffentlich auf unseren Strassen, ablaufen sollen. Die
zusätzliche, heimliche Verfrachtung hat der Verein gegen Tierfabriken Österreich auch in
Salzburg schon aufgedeckt. Es wird einfach versucht, das Schicksal und diese Tortur für
die Nutztiere totzuschweigen und zu verdrängen. Korrupt und mafiös versucht das
Bundesamt für Veterinärwesen mit diesem rückschrittlichen Entwurf geltende Vorschriften
aufzuweichen. Katastrophal ist nur schon die Tatsache, dass das Füttern und Tränken bei
der Ankunft an der Schweizer Grenze nicht bindend vorgeschrieben werden soll. Der
Bequemlichkeit wegen würden schludrige Kontrollen genügen, welche sich nur auf Zeugnisse
und Transportpläne beschrnäken. Eine konkrete Kontrolle der Tiere würde nur noch in
"Verdachtsmomenten" in Erwägung gezogen. Wir Schweizer neigen gerne dazu, mit
dem Finger auf andere Länder zu zeigen und rühmen unser vermeintlich bestes
Tierschutzgesetz. Wie das Tierschutzgesetz systematisch umgangen und nicht eingehalten
wird, zeigen die vom Verein gegen Tierfabriken Schweiz massenhaft aufgedeckten Fälle
unter www.vgt.ch. Diese aufschlussreichen Internetseiten, oder die zu abonnierenden
VgT-Nachrichten, zeigen die Realität rund um die Nutztiere und erleichtern das
Verständnis für den Aufruf "Essen Sie heute vegetarisch, Ihrer Gesundheit und den
Tieren zuliebe". Aus der Antwort der Redaktion: Wir haben durchaus Verständnis dafür, dass Sie Ihren Unmut ausdrücken und der Öffentlichkeit zur Kenntnis bringen wollen, und wir möchten Ihre Leserzuschrift auch gerne publizieren - nur sollte die Wortwahl etwas moderater sein... Antwort auf die Antwort: Sehr geehrte Redaktion. Für Ihr Schreiben vom 6.10.00 danke ich Ihnen und habe bis zu einem gewissen Grad auch Verständnis dafür. Die Enttäuschung hält sich in Grenzen. Das Leid, welches den Tieren auch in diesen Breitengraden widerfährt, ist schlimmer als die Nicht-Veröffentlichung meiner Leserbriefe. Damit meine Arbeit aber doch nicht ganz vergebens war, habe ich Herrn Dr. Erwin Kessler eine Kopie zugestellt. Herr Dr. Kessler hat angesichts der meistens brutalen Tierhaltung keine Bedenken, gerechtfertigt aggressive Leserbriefe im Internet wiederzugeben. Auf dem jüngsten Aufkleber im VgT-Sortiment heisst es mit grossen Buchstaben "www.vgt.ch". Kleiner geschrieben heisst es unterhalb von www .vgt.ch noch "was andere Medien einfach totschweigen!" . Bisher ist mir das Neue Bülacher Tagblatt nur positiv aufgefallen. Bitte bleiben Sie anders als Ihre Konkurrenz, welche teilweise Leserbriefe systematisch boykottiert oder bestenfalls blödsinnig kürzt! Hoffnungsvoll grüsst Sie 12. Oktober 2000 Anonyme Idioten (Reaktion auf die anonyme Zuschrift vom 11. Oktober): Liebe anonyme Jäger, Bauern und Fischer oder anders gesagt - armselige Idioten.
Das Schreiben zeigt mal wieder was man von euch halten muss. NICHTS. Eben Abschaum der
Gesellschaft. Genau darum lebt ihr schliesslich euere Aggressionen und Unsicherheiten an
den Tieren aus. Wenn's zuhause bei Mutter mal wieder in die Hosen geht, dann geht man halt
auf die Jagd, um sich zu bestätigen. Es ist schon extrem heldenhaft auf hunderte von
Metern ein wehrloses Tier zu erschiessen. Aber es wird schon mal die Zeit kommen wo Ihr
mal gewaltig auf die Schnauze bekommt!! 16. Oktober 2000 Vor dem Kantonsratswahlen nahm ich an einer Wahlkampf-Pressekonferenz der Grünen
teil. Dabei erklärten die Grünen natürlich die ganze Zeit, was frü eine tolle Partei
sie seien und zählten auf, was sie in letzter Zeit alles Gutes getan haben (worunter ja
wirklich auch sehr lobenswerte Dinge waren). In der Fragerunde wollte ich dann wissen, was
die Thurgauer Grünen in der vergangenen Legislaturperiode für die
Haltung der Nutztiere getan hätten, zumal ja nun nach der Veröffentlichung in den
VgT-Nachrichten im ganzen Kanton bekannt sei, wie's in unseren Schweineställen aussieht.
Räuspern und betroffenes Schweigen... Irgendwann einmal sagte einer, es stimme schon, man
habe halt schon gewisse Berührungsnägste mit dem lieben Erwin. Ich sagte dann, dass es
ja nicht um Kessler gehe, sondern um die Tiere! Dann wusste keiner mehr so richtig, was er
sagen sollte, ausser dass mir kleinlaut eingestanden wurde, dass ich ja eigentlich recht
hätte. Ich merkte, dass die Betroffenheit der Grünen echt war, daher verzichtete ich
(...leider?) auch darauf, sie im Zeitungsartikel mit meiner Frage blosszustellen, um ihnen
quasi noch einmal die Möglichkeit zu geben, es in der nächsten Legislatur besser zu
machen. Es scheint, es wräe besser gewesen, ich wäre damals meiner Informationspflicht
nachgekommen! Oder ist mir da vielleicht ein Vorstoss o.ä. von Seiten der Grünen
entgangen, der eine Verbesserung in der
Nutztierhaltung zum Ziel gehabt hätte...? Kommentar: 16. Oktober 2000 Der Weg der Liebe Mit Erica Kalika Blöchlinger, Raum der Stille, Bern, habe ich einen Gedankenaustausch zum Thema, das mit den Stichworten "verurteilen", "unöntig verletzen", "allumfassende Liebe" umrissen werden kann. Erica hat mir - mit Blick auf die für mich typischen oft scharfen und verurteilenden Äusserungen, vorgehalten, ein "verurteilendes Wesen" zu sein; sie komme immer mehr dazu, nicht zu verurteilen. An diesem Punkt habe ich ihr vorgeschlagen, als konkretes Fallbeispiel den durch den Schächtprozess landesweit bekannt gewordenen Satz umzuformulieren, der lautet: "Wenn Juden massenhaft Tiere auf bestialische Weise umbringen (schächten), dann sind sie nicht besser als ihre früheren Nazi-Henker." Erwin Kessler Antwort: Liebe Erica, die Frageform, die du als Alternative vorgeschlagen hast, ist in der Tat keine schlechte. Aber wie du selbst einräumst, hat sie nicht die gleiche Schärfe. Da fragt sich nun, was besser ist, und zwar "besser" vom Standpunkt des Prinzips der Liebe, niemanden zu hassen, niemanden von der universalen Liebe zur gesamten Schöpfung auszuschliessen (habe ich dieses Prinzip so ungefähr korrekt formuliert?). Die Frageform ist zweifellos "liebevoller" gegenüber den Schächtjuden, denn damit wird nicht direkt verurteilt, sondern nur in Frage gestellt. Und diese Frage lässt Raum offen für Interpretationen: 1. Die schärfste Interpretation: "Was sind die Schächtjuden doch für Unmenschen, dass sie Tiere auf so bestialische Weise umbringen können, während ihnen doch von den Nazis ähnliches widerfahren ist. Da sieht man: sie sind überhaupt nicht besser, als ihre früheren Nazi-Henker." 2. Die mildeste Interpretation: "Mein beschränkter Verstand ist so unwissend, dass ich das den Juden von Gott gebotene heilige Schächten der Tiere nicht von den Verbrechen der Nazis unterscheiden kann." Damit will ich nur klar machen, warum die rhetorische Frage ein beliebtes Stilmittel der Diplomaten ist: Man gibt sich damit verdeckt, welche Interpretation man wirklich meint, bietet wenig Angriffsfläche, da man sich jederzeit auf die mildere Interpretation zurückziehen kann. Dank dieser Unbestimmtheit wirkt die Formulierung generell milder, weniger provokativ, und ist dadurch "liebevoller" gegenüber den Betroffenen. Wirklich? Gegenüber den Tätern, die im Schussfeld stehen, schon. Und gegenüber den Opfern? Werden diese nicht dadurch ein Stück weit im Stich gelassen, dass man offen lässt, dass die Täter vielleicht gute Gründe haben und ihr Handeln vielleicht durchaus legitim sein könnte? Es schreit in mir, wenn ich bei dieser Frageform nicht an die Henker, sondern an die Opfer denke. Nur nebenbei sei bemerkt, dass ich im Schächtprozess auch für die Formulierung in Frageform zu Gefängnis verurteilt worden wäre. Das zeigen die anderen vier inkriminierten Äusserungen (siehe Schächtprozess): Da ich aus politischen Gründen verurteilt werden MUSSTE, verdrehten die Gericht meine Äusserungen in mehreren willkürlichen Schritten solange, bis der Tatbestand der Rassendiskriminierung erfüllt war. Ich bin im Schächtprozess nicht für das verurteilt worden, was ich wirklich gesagt habe, sondern für das, was die Richter auf willkürlichste Weise behaupteten, was ich damit gemeint habe. Es ist mehr als klar, dass mein Nazi-Vergleich, hätte ich ihn in die obige Frageform gekleidet, sofort auf die erste, scharfe Interpretation zurückgeführt worden wäre, womit es dann gleich weitergegangen wäre, wie mit meiner direkten Formulierung. Ich bin ja auch verurteilt worden, weil ich die jüdische Bundesrätin Dreifuss, die für Toleranz gegenüber dem Schächten plädiert, gefragt habe (Frageform!), ob sie auch so tolerant wäre gegenüber Menschenfressern wie gegenüber dem jüdischen Schächten. Im Schächtprozess kann nachgelesen werden, wie die Richter daraus eine "Rassendiskriminierung" konstruierten. Den Weg der allumfassenden Liebe zu gehen, ist eine hohe Kunst, die ich mir durchaus wünsche. Sie lässt sich aber leichter predigen, als praktizieren beim Einsatz für die Wehrlosen. Nur allzu leicht wird dieses Prinzip zur blossen taktischen Diplomatie, zum Vorwand, sich das Leben einfacher zu machen, wie das Verhalten unzähliger "gemässigter" Tierschutzvereine immer wieder zeigt, die nirgends anstossen, mit den Schreibtischtätern in Regierung, Verwaltung, Justiz und Handel und sogar mit den gewerbsmässigen Tierquälern selbst eine "gute Zusammenarbeit" pflegen, aber auch für die Tier-KZ-Opfer nichts erreichen und an ihren Versammlungen - um nicht als "extrem" zu erscheinen - Tierquäler-Schinkensandwiches servieren lassen. Für mich ist das Verrat an den Opfern und Feigheit vor dem Feind. Ein Meisterstück einer - wie ich meine - scharfen und doch liebevollen Kritik hat mein Freund Vanja Hans Palmers, Zen Buddhist und Tierschützer, vor Jahren gegeben mit einem Flugblatttext, mit dem das Schweine-KZ des Fürsten von Liechtenstein kritisiert wurde. Das Flugblatt sollte am liechtensteinischen Volksfest zum Anlass der Hochzeit des Prinzen von Liechtenstein verteilt werden:
Dieser Text stellt für mich ein unvergessliches Meisterwerk dar, weil er einerseits keinen Hass ausstrahlt, andererseits aber auch keine falsche Rücksicht nimmt, sondern in der Sache klar und direkt ist. Allerdings glaube ich kaum, dass der Text vom Fürsten als liebevoll empfunden worden ist. Im Gegenteil hat der Text, gerade weil er so meisterhaft, unangreifbar formuliert ist, ihn wohl erst recht mit voller Wucht getroffen. Da hätte es der Fürst viel leichter gehabt, sich zu wehren, indem er und Konsorten wiedereinmal mit geheuchelter Empörung über meine Wortwahl hergefallen wäre, um von den schrecklichen Tatsachen abzulenken, hätten wir - durchaus zutreffend - geschrieben: "Durchlaucht ist ein Verbrecher, ein Nazi, ein Heuchler, der mit Adel prahlt und daneben ein KZ betreibt, um zu seinem Milliarden-Vermögen noch mehr Geld zu scheffeln..." Vanja Hans Palmers, Zen-Buddhist und Präsident des VgT Österreich, meint dazu: All you need is love Lieber Erwin, Praktisch gesehen ist es für mich eine Hilfe, zwischen dem Täter und der Tat zu unterscheiden. Ich verurteile die Tat, aber nicht den Täter. Das lässt Raum, in welchem sich die (immer auch vorhandenen) positiven Seiten einer Person entfalten können. Zuallererst in meinem eigenen Bewusstsein. Vielleicht ist die Frage einfach die, ob es möglich ist, gelassen, frohen Mutes (und was immer für weitere positive Attribute man hier noch einsetzten will) das empfundene Negative dieser Welt mit der gleichen Energie, dem gleichen Eifer, der gleichen Hingabe und - vielleicht am Wichtigsten - mit dem gleichen Erfolg bekämpfen kann, wie das unter dem Mobilisieren der negativen Kräfte wie Agression, Zorn und Hass möglich ist. Ich weiss es nicht. Es scheint eine Tatsache, dass viele der kreativsten Künstler, Wissenschaftler, Politiker und Philosophen nicht ohne sie ausgekommen sind. Andererseits haben auch viele Menschen grossen Einfluss ausgeübt, weil sie in erster Linie in Harmonie (mit sich selber und der Welt) waren, auch ohne dass sie Greifbares geleistet oder geschaffen oder bekämft haben. Warscheinlich haben wir letztlich weniger Wahl als wir uns gerne vorstellen. Jeder hat sein Karma, seinen Weg. Unsere Freiheit sehe ich mehr darin, dieses unser Schicksal zu akzeptieren, es anzunehmen und nur zu einem kleineren Teil darin, es öndern zu können. Das sind zwei verschiedene Begriffe von Freiheit: Die Freiheit zu tun was, man will, und die Freiheit zu wollen was man tut. An Ersterer scheinen wir im Westen recht erfolgreich gearbeitet zu haben, mit der Zweiten hat sich der Osten intensiver auseinander gesetzt, sie ist der Weg der Meditation. Genug talk für einen Tag - für ein ganzes Leben! Aber Spass macht es. Das Konzept, zwischen Tat und Täter zu unterscheiden, geht in ähnlicher Richtung, wie (rhetorische) Fragen stellen, statt urteilen. In dem Umfang, wie dies weniger aggressiv wirkt, entlastet es den Täter. Die Frage bleibt, ob das auch aus der Sicht der Täter erwünscht ist. Prüfen wir sogleich, wohin das bei unseren Bespielen führt: Originaltext: "Wenn Juden massenhaft Tiere auf bestialische Weise umbringen (schächten), dann sind sie nicht besser als ihre früheren Nazi-Henker." Umformuliert: "Wenn Tiere massenhaft auf bestialische Weise von Juden umgebracht (geschächtet) werden, dann ist das nicht besser, als was die früheren Nazi-Henker an den Juden verbrochen haben." Mit dieser Formulierung kann ich ohne weiteres leben, weil sie nach meinem Empfinden keine wesentliche Abschwächung der Aussage bringt. Allerdings ist mir nicht klar, ob mit dieser Trennung von Tat und Täter in diesem Fall viel gewonnen ist. Anstoss erregt die Äusserung ja wegen dem - für gewisse Menschen unzulässigen - Vergleich von Tier- und Menschenopfer. Wer Tiere als Sachen oder zumindest als zweitklassige Wesen betrachtet (wie die Nazis die Nichtarier), der wird sich über diese Äusserung immer empören, egal, wie sie formuliert wird. In obigem Flugblatt-Text zur fürstlichen Schweinerei von Vanja heisst es: "Wir klagen seine Durchlaucht, Fürst Hans Adam II, der groben, fortgesetzten Tierquälerei an." Hier wird klar der Täter verurteilt, nicht die Tat. (Die Unterscheidung zwischen Anklage und Verurteilung hat im umgangssprachlichen Sinne wohl kaum einen Sinn, da es sowieso "nur" um eine moralische, nicht juristische Verurteilung geht.) Wahrscheinlich meint Vanja die Unterscheidung von Tat- und Tätern nicht als Formulierungs- sondern als Denkkonzept, um innere Distanz zu gewinnen vor aufkommenden Aggressionen und Hassgefühlen. Erwin Kessler 19. Oktober 2000 Soeben habe ich die neuste Ausgabe Ihrer
Zeitschrift erhalten. Darin prangern Sie zu Recht Missstände in der Viehhaltung an.
Gerne wrde ich direkt mit den Betroffenen Kontakt aufnehmen und sie bitten, für die
Tiere besser zu sorgen. Wohl haben Sie die Namen der Betroffenen, jedoch nicht die Adresse
veröffentlicht. Darf ich Sie bitten, künftig die volle Adresse der Tierschänder
anzugeben, damit alle Leser Sie in Ihrer Arbeit noch besser unterstützen können.
Herzlichen Dank für Ihre Arbeit. Antwort: 19. Oktober 2000 Recht auf freie Meinungsäusserung. 21. Oktober 2000 Ich habe für Ihre Organisation gespendet, weil auch ich gegen Tiermisshandlungen
bin. Aber ständig diese grauenhaften Bilder möchte ich nicht mehr.
Bitte nehmen Sie das zur Kenntnis und verschonen Sie mich mit solcher negativer Post.
Danke. 21. Oktober 2000 Lieber Herr Kessler, in der Sache Missstände in Tierbelangen gehe ich mit Ihnen
meistens einig inkl. Schächten und Ringier. Aber auch ich habe noch alte Pelzkragen
und einen Muff, Erbstücke von meiner Mutter, die mir als Erinnerungen lieb sind und die
ich in kalten Wintern als Wärmespender schätze. Da kein Nerz unter ihnen, gehe ich davon
aus, dass die Tiere aus freier Wildbahn stammen. Damit will ich nur sagen, man kann nicht
gleich alles über einen Kamm scheren. Noch in einem Punkt muss ich Ihnen widersprechen.
Glauben Sie wirklich, dass weibliche Politkarrieren mehr Herz und Mitgefühl versprechen?
(Siehe Die Kuh in Stall und Regierung in VN00-4). Zudem,
mit Therese Frösch und den Berner Kaninchen
widerlegen Sie Ihre Aussage. Es gibt eine ganze Reihe von "Frösch-Typen unter den
Polit- und anderen Karrierefrauen. Um wirklich Profil zu haben, müssen Männer wie Frauen
(Frauen noch mehr) über sehr viel innere Unabhängigkeit und Geistesadel verfügen. Da
müssen wir bald mit der Laterne suchen gehen. Kurz, ich will nicht alles auf die
Goldwaage legen, ich weiss ja wie Sie's meinen. Antwort: 23. Oktober 2000 Nur das nicht... Sehr geehrter Herr Kessler Wir schätzen Ihre direkte und offene Art, die jeweils
in den VgT-Nachrichten zur Geltung kommen. Trotzdem bedauern wir, dass in jeder neuen
Ausgabe antisemitisches Gedankengut mit Tierquälerei in einen direkten Zusammenhang
gebracht wird. Ihre Begründungen dazu sind uns bekannt (sie haben das auch schon des
öftern im Editorial erwähnt).Wir verabscheuen aber jegliche Art von Ihren erniedrigenden
Aussagen wie 'Arbeit macht frei' ... Sehr geehrter Herr Stadler, 23. Oktober 2000 Danke für die VgT Nachrichten. Auf der Seite 12 haben Sie ein Bild von einer Stute veröffentlicht.
Diese Haltung ist nicht nur tierquälerisch sondern auch äusserst brutal. Das Pferd ist
nicht wie üblich am Halfter angebunden, sondern mit einem Strick, den man um den Kopf des
Pferdes geführt hat. Zudem hat man noch eine Schlinge um die Nase des Tieres gelegt. Wenn
das Pferd den Kopf bewegt, zieht sich die Schlinge zu und die Luftzufuhr durch die Nase
wird blockiert. 24. Oktober 2000 Sehr geehrte Mitarbeiter von Herrn Dr Kessler, die Oktobernummer
der VgT-Nachrichten hat so eindrückliche, erschütternde Bilder über die
Intensivtierhaltung von Schweinen, dass ich sie gerne noch weitergeben möchte. Bitte
senden Sie mir noch 2 Exemplare. Besten Dank und gute Wünsche für Ihre Arbeit. 25. Oktober 2000 Ich möchte Ihnen von Herzen gratulieren, und bin schon ein wenig beruhigt, dass
es in dieser Zeit immer noch solche Vereine wie der Ihrige gibt. Ich möchte deshalb die
VgT-News abonnieren. Sollten Sie mal ein etwas grösseres Projekt haben, bei dem Sie eine
kräftige Hand gebrauchen, so lassen Sie es mich wissen. 26. Oktober 2000 Gold bringt keine Seele zum Glänzen An Herrn Oliver Schmid, Redaktion Schaffhauser Bock, info@bockonline.ch
27. Oktober 2000 Sehr geehrter Herr Schmid. über den VgT habe ich Ihren Zeitungsbericht gelesen.
Ich schwanke nun zwischen Zorn, Mitleid und Verachtung Ihnen gegenüber. Klar ist in jedem
Fall, dass Sie ihren Job sehr gut gelernt haben. Sie schaffen es vorzüglich, die Meinung
Ihrer Leser in einer Richtung zu manipulieren, dass es einem gebten Leser die Haare zu
Berge stellt. Ich werde in diesem Mail die Position des geübten Lesers einnehmen und zu
einiger Ihrer Darbietungen (anders kann man das nicht bezeichnen) Stellung
nehmen:
27. Oktober 2000 Sehr geehrter Herr Kessler. 29. Oktober 2000 Kein Bock auf den Schaffhauser Bock Ich habe die Angelegenheit ber den "Durstgraben" gelesen, sowohl den
VgT-Bericht, den niederträchtigen, verharmlosenden Artikel im "Schaffhauser
Bock", den Leserbrief und Ihre Anmerkungen. Was das Restaurant Durstgraben betrifft,
möchte ich nur erwhnen, dass ich lieber eine längere Durststrecke in Kauf nehmen
würde, als in diesem, alles anderen als anmächeligen und einladenden, sondern eher
unheimlichen, heruntergekommenen Schuppen etwas zu trinken. Das Motto lautet hier: Besser
Durststrecke als Durstgraben! Zum Verfasser dieses irreführenden Berichtes kann ich nur
sagen, dass es sich um einen selten sturen Bock handeln muss (passt ja zum Namen
Schaffhauser Bock !), wenn einer dermassen gnadenlos und verfälschend seine Macht in
einem Medium ausübt. Der Gipfel der Frechheit ist allerdings der, dass dieser Ihnen, Herr
Kessler und Ihren Leuten Land- und Hausfriedensbruch vorzuwerfen getraut. Wenn es auch so
wäre, ist dies sogar zwingend nötig, um den noch gröberen Verstoss der Tierquälerei
aufzudecken. Dass Sie nicht erst den Tierquäler selber fragen können, ob Sie seine
lausige Tierhalterung anprangern und im Gegensatz zu den Tieren ans Licht bringen dürfen,
versteht sich eigentlich von selbst... Bravo, machen Sie weiter Herr Kessler und
lassen Sie sich von solchen Herren nicht ins "Bockshorn" jagen! Als Zeichen
meiner Wertschätzung Ihrer unverzichtbaren Arbeit, werde ich Ihnen demnächst einen
finanziellen Zustupf überweisen. 27. Oktober 2000 Die Forumredaktion hat eine Kopie des folgenden Briefes an Coop Schweiz und Migros erhalten, der auf den Beitrag "Arme Schweine im Kanton Bern" in den VN00-4 Bezug nimmt: Sehr geehrte Damen und Herren, aufgrund der beiliegenden Dokumentation
(VgT-Nachrichten) bin ich sehr enttäuscht und schockiert, das ein Unternehmen wie Ihres
mit solchen bäuerlichen Betrieben, die tierquälerisch Tiere halten, Geschäfte tätigt.
Umso betrüblicher deshalb, weil viele meiner Bekannten sowie ich speziell beim Kauf von
Bio-Fleisch darauf achteten, dass den Tieren auf diese Art und Weise ein artgerechtes
Leben ermöglicht wird. Welch fataler Irrtum! Ich für mich ziehe den Schluss daraus, dass
ich nun vollständig den Fleischkonsum einstelle und auf Vegi-Ernährung umstelle, obwohl
ich sehr gerne Fleisch esse. 29. Oktober 2000 Bravo!! Machen Sie weiter so. Das Stockengut,
resp. die Schweinehaltung (und früher auch die Hühnerhaltung) im gemeindeeigenen
Betrieb, ist vielen Leuten ein Dorn im Auge. Die Kilchberger Behörden fällen ihre
Enscheide nicht nur zum Wohle der Bürger, dies zeigt die Handy-Antenne auf dem
Gemeindehaus, direkt neben dem Schulhaus. 31. Oktober 2000 Herzlichen Dank für Ihren Einsatz und speziell Unterstützung (Spende heute
einbezahlt) angesichts des ungerechtfertigten Gefängnis-Urteils (Schächtprozess). 31. Oktober 2000 Bemerkung zu Spende von 500.- Fr: 31. Oktober 2000 judihui ich esse nome blueme ond chrütli ond ech fül mi tierisch 1. November 2000 Ich habe mit Greuel Ihre Zeitschrift gelesen und werde Ende Monat eine Spende für
Ihren Verein einzahlen. Aber ich möchte Sie bitten, mir keine Zeitschrift mehr zu
schicken, weil meine Seele diese Bilder nicht aushält. Einzahlungsscheine sind aber
weiterhin willkommen. 2. November 2000 Ich habe über ein Schweizer Mitglied von Ihrem unerschrockenen Einsatz für die
Rechte unserer Mitgeschöpfe gehört. Die Schweizer Bürger müssten Ihnen für Ihre
Basisarbeit zum Erhalt einer echten Demokratie danken. Justiz- und Behördenwillkür
müssen aufgedeckt werden. Wer für die Rechte von brutal ausgenützten Mitgeschöpfen
eintritt, verdient meinen höchsten Respekt. 2. November 2000 Sehr geehrter Herr Kessler, Menschen wie Sie, die sich Bedingungslos für Tiere
einsetzen, müsste es viel mehr geben. Wenn ich so höre und sehe wie mit unseren
Mitgeschöpften, den Tieren, umgegangen wird, könnte ich an der ganzen Welt verzweifeln.
Es sind immer nur einzelne, die es wagen, etwas zu unternehmen, und so werden deren
Bemühungen immer nur ein Tropfen auf den heissen Stein sein. Die grosse Masse unserer
"Mitmenschen" interessiert sich einfach nicht dafür. Ich würde selbst gerne
etwas tun (ausser Spenden), weiss aber nicht wie, man kann mit den Menschen nicht
über
Tierschutz/Tierrechte diskutieren. Ich werde immer nur belächelt und ausgelacht, auch von
den sogenannten "tierliebenden" Personen. Sobald der Magen sich meldet, schaltet
das Mitgefühl für Tiere ab und es werden tausend (meisst lächerliche, durchsichtige)
Ausreden gefunden.... Ich hoffe, Sie treffen auf einsichtige Richter und tragen
wenigsten nachträglich einen kleinen Sieg davon. 2. November 2000 Sehr geehrte Mitwirkende vom VgT! Mein Name ist Julia, ich bin13 Jahre alt und
schon seit 1 Jahr ernähre ich mich vegetarisch. Ich finde es echt bewundernswert, dass
ihr so um dass Recht der Tiere kämpft. In meiner Familie bin ich die einzigste
Vegetarierin. Ich bin sehr froh darüber, dass ihr auch meinen Ansichten sind was
Tierquälerei betrifft. 2. November 2000 Es tut immer gut, das Forum zu lesen, um zu sehen, wie viele Leute doch gleich
denken wie wir... 3. November 20000
7. November 2000 Dank und Ermutigung Antwort: 11. November 2000 Kühe ohne Hörner 14. November 2000 Zum juristischen Erfolg gegen die Post-Zensur: Juhuiii, es liegt der Zauber "Post-Zensur" Besonders gut des Vortrags Schluss: Ru 15. November 2000 Sehr geehrter Herr Dr Kessler, ich danke Ihnen ganz herlich für Ihren Mut und
Einsatz im Tierschutz. Ihnen wünsche ich weiterhin gute Gesundheit und viel Erfolg. Ihre
Ansicht über die Schächtjuden teile ich vollumfänglich. 15. November 2000 Dass das Bezirksgericht Frauenfeld im Postzensur-Prozess
die Post verpflichtet, die Zeitschriften des VgT zur Beförderung anzunehmen, verdient
kein ausdrückliches Lob, da dies der klaren Rechtslage entspricht und in einem Staat, der
sich gerne als Rechtsstaat vorstellt, unabdingbar ist. Weniger verständlich ist, dass es
unter solchen Umständen überhaupt zu einem Rechtsstreit kommen musste, nur weil sogar
die Beamten unserer Postverwaltung nicht fähig oder nicht willens sind, der Fleisch-Mafia
mit Rückgrat zu begegnen. Wen wundert's, dass unter solchen Umständen Mäster und
Metzger sich getrauen, ihre bisweilen rechtswidrigen Interessen mit Gewalt durchzusetzen
und sogar Frauen, die friedlich für vegetarische
Ernährung werben, zusammenzuschlagen? 15. November 2000 Die Postzensur der Zeitschriften des Vereins gegen
Tierfabriken,VgT, war in einer freiheitlichen Demokratie etwas Unglaubliches und geradezu
Ungeheuerliches. Wir werden wohl nie erfahren, welche Gegner von Erwin Kessler, Präsident
des VgT, die Staatspost für ihre Zwecke derart missbrauchen konnte. Offenbar will man
diesen unbequemen Kritiker, der immer wieder schonungslos tierquälerische Missstände
aufdeckt, die es in der Schweiz gar nicht geben dürfte, zum Schweigen bringen. Wie sonst
wäre zu erklären, dass ein Staatsbetrieb, dessen Defizit wir Steuerzahler berappen, sich
erlaubt, den Versand von Millionen von Zeitschriften 16. November 2000 Zum Erfolg im Postzensur-Prozess: Freude herrscht trotz Ogis Abgang: Es gibt doch noch gerechte Richter. Herzliche Gratulation zu Ihrem Sieg gegen die Post! Ich freue mich für Sie und
all die armen Tiere, die darauf angewiesen sind, dass jemand wie Sie die Dinge beim Namen
nennt. Was hat es denn schon mit Rassismus zu tun, wenn man hilflosen, gequälten Tieren
helfen will? Und ausserdem, verschickt die Post pornografisches Material und politische
Hetzereien, fragt sie sich ja auch nie, ob das ihrem Ansehen schaden könne! 22. November 2000 Beruhigungspille für uns alle "Aus psychologischen Gründen" wurde wahrscheinlich auch damals, vor
über 20 Jahren, über unser Tierschutzgesetz abgestimmt, welches von einer Mehrheit
angenonmmen, dessen Vollzug allerdings bis heute meistens auf Eis gelegt wurde. Anstatt unsere Gewohnheiten beim Essen und in der Tierhaltung zu ändern und zu überdenken, suchen Politiker lieber nach psychologisch wirksamen Entscheidungen, Wissenschafter nach spektakulären Tests, Bauern und Tierfabrikler nach Schuldigen und auch die Konsument/innen nur nach den Verantwortlichen... Um den Gaumenkitzel mit Fleisch weiterhin ohne Angst und schlechtem Gewissen aufrecht erhalten zu können, wird anstatt auf eine vegetarische Ernährung umzustellen, lieber auf Tests gesetzt, die in Tierversuchen erprobt und entwickelt werden. Mir tun nur all diese Tiere Leid, die mit oder ohne BSE-Tests auf die Schlachtbank geführt werden, weil sie gemäss unserer gesellschaftlichen Einstellung offensichtlich nur dafür bestimmt sind. Um diesen Wahnsinn "Fleisch-Versorgung" überhaupt finanzieren und gewührleisten zu können, gibt es ja schliesslich Zuschüsse und Prämien, korrupte Tierhalter und Politiker, verschwiegene und vielleicht sogar gekaufte Veterinäre und Viehhändler, sowie eine betrogene Kundschaft und eine Hand voll für blöd verkaufte Tierschützer. Nach wie vor gibt es Munimast auf Vollspaltenböden, Schweine- und Geflügelfabriken, und Grossvieh, welches nie eine saftige Weide sieht. BSE-Tests ändern daran nichts, aber vielleicht die grossen Auflagen der VgT-Nachrichten, die unaufhörlich diverse Missstände in unserem Land aufdecken. Auf BSE und die anderen nicht so spektakulär auftretenden Tierquälereien gibt es nur eine Antwort: Essen Sie vegetarisch, ihrer Gesundheit und den Tieren zuliebe! Roland F, Glattfelden 22. November 2000 Ein Arzt zum Fleischgenuss und zur Strategie des VgT: Fleisch wird von der Bevölkerung als Eiweiss-Lieferant konsumiert - der hohe
Fettanteil wird vergessen! Tierische Fette
sind ungesund! Es gbe so viele Möglichkeiten, den Eiweissbedarf mit pflanzlichen
Proteinen zu decken. Tierfabriken sind völlig unnötig! Sie, Herr Dr. Kessler, leisten
einen wertvollen Beitrag an die Volksgesundheit, indem Sie immer wieder auf diese
Missstände hinweisen. Ihre Strategie ist die einzige, welche auf lange Sicht funktionieren
wird: Es ist der Konsument welcher durch Verzicht auf Schweinefleisch die Fleisch-Mafia zu
Fall bringen kann. Die Politiker tun ja nichts! Die Konsumenten (d.h.das Volk) werden
entscheiden! Ein langwieriger Prozess - aber Ihr unermüdlicher Einsatz wird Früchte
tragen, da bin ich ganz sicher. 22. November 2000 Vermerk auf Spenden-Zahlschein: 23. November 2000 Habe gestern den Bericht im Tele24 betreffend Restaurant Central in
Affoltern a.A. gesehen. Schade, dass die unübertrefflich schlechte Haltung der
Forellen nur am Rande erwähnt wurde, was ja eigentlich ausschlaggebend war für die ganze Geschichte. Bleibt nur zu hoffen, dass
dem Wirt nun das Halten der Forellen endlich verboten wird! Ich habe mich schon mal
geweigert, in ein Restaurant mit ähnlicher Forellenhaltung essen zu gehen. Sämtliche
Kollegen sahen zuerst verdutzt das Aquarium (Todeszelle) an, um mir dann mitzuteilen,
"ach, die sind ja nur kurze Zeit da drin" und "du übertreibst mal wieder
völlig". Ich wünschte ihnen einen
guten Appetit und fuhr wieder nach Hause. Manchmal mag ich gar nicht mehr diskutieren oder
mir fehlen einfach die Worte ob soviel Ignoranz gegenüber den Gefühlen der Tiere. 23. November 2000 An Bundesrat Leuenberger, Bundeshaus, 3003 Bern POSTZENSUR Herr Erwin Kessler, Verein gegen Tierfabriken, macht regelmässig auf
Missstände in der Nutztierhaltung aufmerksam. Er nennt dabei diese Menschen, die notabene
gegen geltende Tierschutzvorschriften verstossen, beim Namen. Diese werden in einer
Zeitschrift veröffentlicht. Ich möchte gerne hierber informiert werden. Wenn sich die
Post nun weigert, diese Zeitschriften zu verteilen, verletzt sie mein Grundrecht auf
Informationsfreiheit. Ich fühle mich ganz klar vom Staat bevormundet. Ich bitte Sie,
diese Staatszensur zu beenden. 25. November 2000 PROTESTBRIEF Postzensur Sehr geehrter Herr Bundesrat Leuenberger Zeitungsberichten zufolge hat die Post in der Auseinandersetzung um die Verteilung der VgT-Nachrichten das Urteil angefochten. Bei einem solchen maroden Staatsbetrieb wie der Post, der aus Kostengründen sogar im grossen Stil Poststellen abbauen muss, um rentabel und "zeitgemäss" zu sein, ist diese sture und rechthaberische Haltung befremdend und unverständlich. Noch unverständlicher und beschämender finde ich Ihre, alles andere als leuenstarke, Abweisung der Aufsichtsbeschwerde gegen die Postzensur des VgT. Was sich die Schweizer Post hier gegen den VgT leistet, hört man ja nicht einmal aus Drittweltländern. Dass Sie in Ihrer gehobenen Stellung diesen Skandal noch unterstützen, kommt keinem löwenstarken Machtwort eines Politikers obersten Ranges in einem demokratischen Staat gleich. Mit Ihrer Haltung sind Sie ein Hindernis für den Tierschutz. Mit Ihrer Unvernunft, der Verein gegen Tierfabriken könne ja prozessieren, zeigen Sie eine bürokratische Betrachtungsweise. Ich denke nicht, dass Herr Dr. Kessler Lust verspürt, seine Energie in Prozesse zu verpulvern, die höchstwahrscheinlich sowieso in die Sackgasse führen. Herr Dr. Kessler bin ich sehr dankbar für seinen uneigennützigen, ausdauernden und mutigen Kampf zu Gunsten unserer schwächeren, leidgeplagten Mitlebewesen. Ich wage zu bezweifeln, ob Sie diese Protestnote verstehen. Es kann allerdings nicht angehen, dass die obersten Politiker Gerichte mit Tierschutzorganisationen konfrontieren wollen, indem sie zum prozessieren aufrufen. Zeitverschwenderische und kraftraubende Gerichtsverhandlungen nützen den Tieren nichts. Die Gefährlichkeit und der Wahrheitsgehalt der VgT-Nachrichten ist durch den Verteil-Boykott der Post unmissverständlich bewiesen. Gut gibts den VgT! Mit freundlichen Grüssen Geehrte Damen und Herren Antwort: Replik: Ich habe meinen buddhistischen Freund und Meditationsmeister Vanja Hans Palmers, Präsident des VgT.at, gefragt, ob er dazu etwas sagen möchte. Hier seine Antwort: 27. November 2000 Lieber Erwin, 2. Dezember 2000 Wir haben mit grossem Interesse Ihre Website durchgeschaut und sind sehr erfreut eine solche Institution wie Ihre gefunden zu haben, welche sich um diese armen Tiere kümmert. Es ist uns eine grosse Freude, Sie bei Ihrer Arbeit jährlich mit CHF 200.- zu unterstützen, welche wir auf Ihr Spendenkonto überweisen werden.Mit Dank und freundlichen Grüssen Karina & Martin Fischer 3. Dezember 2000 Schlachttiertransporte durch weihnächtliche Strassen Anmerkung: Diese Weihnachtskarte ist gerade in diesen Tagen wieder
aktuell und kann beim VgT bezogen werden (www.vgt.ch/vgt-shop/vgt-shop.htm).
Wir haben diese Weihnachtskarte auf der Rückseite eines Flugblattes, das sich an die
Besucher der Mitternachtsmesse im Kloster Fahr richtete, abgebildet. Die Zürcher Justiz
hat dies als rechtswidrig berurteilt (www.vgt.ch/justizwillkuer/index.htm#gewalt-kloster).
Früher glaubte ich, eine solche Willkürjustiz gbe es nur im zivilisierten Europa nur
in der bösen Sowjetunion: 3. Dezember 2000 Bemerkung auf Spenden-Einzahlungsschein: "Nur mutig so weiter! Ihre Arbeit wird Früchte tragen!" 7. Dezember 2000 Bemerkung auf Spenden-Zahlschein: "Ich bin froh, dass Sie die Kraft haben, weiterzumachen." 19. Dezember 2000 Vorweihnchtliche Begegnung mit einem Metzger In Anbetracht des Leidens all der den Menschen ausgelieferten Tiere auf der ganzen Welt und auch um uns herum in nächster Nähe, fiel es mir schwer, Weihnachtsbriefe und gute Neujahrswünsche an unsere Freunde und Bekannten zu schreiben. Als ich schliesslich spät zu Bett ging, befiel mich eine grosse Traurigkeit und ein Ohnmachtsgefühl. Ich wusste, dass kein Weihnachtswunder für die Tiere stattfinden würde. Ich stellte mir die mit Fleisch beladenen Tisch in all den festlich geschmückten Stuben vor, aber auch die dunklen, dumpfen, oeden Ställe, in denen die meisten Nutztiere auf Betonböden ohne Einstreu auf kaltem, feuchtem Boden, in stinkenden Unterkünften eingepfercht sind. Eben wie die VgT-Weihnachtskarte zeigt: Zwei Weihnachten. Anderntags, am Sonntag, begegnete ich einem Metzger, welcher vor seinem Laden Bratwürste grillierte für Weihnachtspassanten. Ich meinte zu ihm, dass ich ihm aus vegetarischen Gründen keine Wurst abkaufen würde. Zu meinem grossen Erstaunen sah er mich ganz ernst an, senkte dann seine Stimme etwas und meinte: "Wenn ich dann einmal mein Geschäft aufgebe, so werde auch ich - so denke ich heute - zum Vegetarier." Ich war so verblüfft und zutiefst nachdenklich geworden, dass ich keine rechte Antwort mehr herausbrachte. Ich betrat seinen Laden und kaufte dort ein Paket "Bio-Nudeln". Für mich ist ein Weihnachtswunder geschehen. Auch in der Sauna am gleichen Tag konnte ich zwei Saunagängerinnen noch ganz davon überzeugen, dass sie garantiert keinen Eiweissmangel bekommen, wenn sie auch auf Fleisch verzichten. Beide kaufen morgen das Buch "Fit for life" und können es kaum erwarten, nun endgültig den ganzen Schritt zu tun... Ines Schumacher, Zurzach Meine Tochter hat einen VgT-Türhänger
"Essen Sie heute vegetarisch..." an ihrem Fahrrad vor dem Tierspital
gefunden. Sie studiert med vet. Ich war ganz begeistert von der Idee, umsomehr als sie mir
mehr von ihren mutigen Aktionen erzählte. Habe eine homöopathische Arztpraxis im
Baselbiet und würde gerne Ihre Flyers auflegen und Sie unterstützen; Sie haben einen Fan
mehr. Danke für IhreTätigkeit. 21. Dezember 2000 Gratuliere zu dieser erschütternen Ausgabe der VgT-Nachrichten betr Schächten.
Weshalb verschweigen die Medien immer und immer solche Grausamkeiten, auch in der Schweiz?
Bitte senden Sie mir ca. 15 Stück dieser Ausgabe (mit Einzahlungsscheinen) 21. Dezember 2000 Ich habe Ihr Interview im St Galler Tagblatt mit grossem Interesse gelesen und
beglückwünsche Sie zu Ihrer Zivilcourage. In diesem Sinne lasse ich Ihnen Fr 1'000.- als
Weihnachtsgabe zukommen. 21. Dezember 2000 Zur neuen Ausgabe der VN: 21. Dezember 2000 Zur neuen Ausgabe der VN:Wiederum Lob für den mutigen Klartext, insbesondere auch betr Schawinski und Dreifuss. Mit Schawinski habe ich vor vielen Jahren selbst schon einen Rechtsstreit gehabt, der dann damit endete, dass mein Rechtsanwalt ihn in meinem Beisein angerufen hat und ihm sagte, dass er sich schäme und rot anlaufe, wenn er daran denke, dass er an der Uni einmal mit ihm im selben Hörsaal gesessen habe. Was Dreifuss betrifft: Vor ca. 25 Jahren hat mir einmal eine sehr reiche Jüdin wortwörtlich gesagt: Wir sind das auserwählte Volk, wir haben laut Altem Testament (es folgten Erläuterungen) das Recht, jedem Nichtjuden wegzunehmen, was wir brauchen, so auch die Schweiz. Wir infiltrieren die Schweiz, wir haben genug Geld, um dies zu unterstützen, und eines Tages - und wenn es 1000 Jahre dauert - wird die Schweiz vollständig jüdisch sein und keine anderen Nationalitäten dulden - dann ist die Schweiz unser gelobtes Land. Auch ich rede deutlich im Tierschutz. Beispiel: In St. Gallen gab es für Neuzugezogene eine sog. St.Galler-Party. Natürlich zum Abschluss Wienerli in Hülle und Fülle. Manche habe 5-6 mal zugelangt. So fasste ich ein Brot und sagte ganz laut, dass ich auf Leichen-Wurst verzichte. Die Bestürzung rundherum war gross - man hat mich natürlich blöd angeschaut. Hartnäckig ging ich immer wieder durch die ca 300 Leute und wünschte guten Appetit zu den Leichenwürsten. M C, St Gallen 21. Dezember 2000 Wir wollten uns etwas zu Weihnachten kaufen. Nun kamen die VgT-Nachrichten
und wir haben beschlossen, Ihnen das Geld zu spenden. 22. Dezember 2000 Gestern stellte ich den VgT-Bus auf den Parkplatz vor der Bibliothek in Frauenfeld und ging zum Parktikett-Automat. Daneben war ein Servicearbeiter damit beschäftigt, einen Elektrokasten zu revidieren. Er schloss gerade die Türe, an dem der VgT-Kleber "Lieber Pariser als Hamburger" klebte. Während ich ein Parktikett löste beobachtete ich aus den Augenwinkeln, ob er diesen wohl entferne. Stattdessen grüsste er mich sehr freundlich mit einem vielsagenden Lächeln - und ging seines Weges. Erwin Kessler 23. Dezember 2000 Zur neuen VN: 23. Dezember 2000 Soll der "Verein gegen Tierfabriken" in einen "Verein für artgerechte Tierhaltung" umgetauft werden? Lieber Herr Kessler, mit Bedauern habe ich gelesen, dass Sie zu 45 Tagen
Gefängnis verurteilt wurden. Ich wünsche Ihnen viel Kraft und Gelassenheit, damit Sie
diese 45 Tage in innerlichem Frieden durchstehen können. Ich habe Ihnen vor einiger Zeit
eine E-mail geschickt und darin u.a. auf die Wirkung der Sprache hingewiesen. Eine Frau,
die gut informiert ist über Ihre Arbeit und die daraus folgenden Schwierigkeiten mit der
Justiz, teilte mir mit, dass Sie wahrscheinlich wieder ins Gefängnis mssten. Deshalb
wende ich mich mit meinem Anliegen an Sie. Ich bin Psychologin und versuche einen Weg der
Gewaltlosigkeit und der
Liebe für alles Leben zu gehen. Schon seit langer Zeit befasse ich mich mit den
Gesetzmässigkeiten, nach denen Gewalt und Gewaltsysteme funktionieren. Ich habe selbst
mehrmals Gewalt am eigenen Leibe und an meiner Psyche erlebt und bin beruflich
regelmässig mit verschiedenen Formen von Gewalt konfrontiert. Das Fazit, das ich aus
meinen Erfahrungen und Beobachtungen
gezogen habe, finde ich immer wieder in Literatur, in der metaphysische Themen behandelt
werden, bestätigt. Gerade weil Ihre Arbeit eine gute und notwendige ist, möchte ich Sie um folgendes
bitten: Antwort: Sehr geehrte Frau Schmed, Sie erwähnen Jesus als Vorbild. Ich bin nicht bibelkundig, aber soviel weiss ich, dass er gewisse unwürdige Elemente ziemlich wütend aus dem Tempel geschmissen haben soll. Er war also auch "gegen" etwas, was Sie als negative, abzulehnende Haltung darstellen, wenn ich richtig verstehe. Oder könnte es einfach sein, dass Sie bei der Lektüre der VN mich als Überbringer der schlechten Botschaft zu sehr mit der Gewalt und der Aggression identifizieren, über die ich berichte? Wird das Massentierelend dadurch gemildert, dass man - sprich die traditionellen Tierschutzvereine - diplomatisch und freundlich darüber berichten, so dass sich niemand betroffen fühlt (und darum auch nicht hinhört). Sie schlagen vor, wir sollten nicht "gegen", sondern "für" etwas sein. Ich lehne diesen Vorschlag ab: Ich bin tatsächlich "gegen" Tierquälerei und sage das auch frei und offen. Das ist letztlich eine Frage der Aufrichtigkeit. Es gibt schon genug Tierschutzvereine, die keine Aggressionen gegen das Massentierelend zeigen. Es gibt auch genug Organisationen "für" artgerchte Tierhaltung. Ich habe den VgT bewusst als Alternative zu den bestehenden Organisationen gegründet und fühle mich heute unseren 14 000 Mitgliedern verpflichtet, welche den Stil des VgT schützen und ein wenig Trost darin finden, dass dieses Massenelend, wenn es schon nicht verhindert werden kann, wenigstens nicht ohne lauten Protest ablaufen kann, solange es den VgT gibt. In widersprüchlicher Weise bitten Sie mich, "weiterzukämpfen". Kampf ist Aggression. Es gibt gute und schlechte Aggressionen, so wie es gutes und schlechtes Schweigen und gute und schlechte "Liebe" gibt. Jesus wäre falsch beraten gewesen, hätte er freundlich mit den Geldwüchslern in der Kirche verhandelt und sie liebevoll behandelt. Im übrigen ist unsere Hauptstossrichtung "für" etwas, nämlich für vegetarische Ernährung. Vier weibliche Mitglieder des VgT, die auf einer Brücke friedlich für vegetarische Ernährung geworben haben (mit einem Spruchband "Essen Sie heute vegetarisch - Ihrer Gesundheit und den Tieren zuliebe!") sind von einer sechsköpfigen Bande aus Metzgern und Mästern zehn Minuten lang brutal zusammengeschlagen worden - ohne jede Provokation oder Aggression seitens der Frauen, die sich auch nicht gewehrt haben. Jesus ist gekreuzigt worden, nicht weil er aggressiv war, sondern weil er unbequem war. Ich bekomme immer wieder gute Ratschläge, aber auffällig immer nur von Menschen mit einer Theorie im Kopf, nie von solchen, die konkret versuchen, ihre Theorie auch konkret und eigenhändig in bessere und wirksamere Tierschutzarbeit umzusetzen. Ich finde ungefragte Ratschläge und Bessesrwisserei in gewissem Sinne auch aggressiv, vorallem wenn nicht wenigstens vorher die Realitäten, mit denen wir es zu tun haben, und meine nun schon über zehnjährige Erfahrung, die ich unter www.vgt.ch ausführlich dokumentiert habe, gründlich zur Kenntnis zu nehmen Mit freundlichen Grüssen 24. Dezember 2000 Es ist ja kaum zu glauben, diese schrecklichen Bilder vom Schächten
(www.vgt.ch(vn/0101/index.htm). Wie können
"Menschen" so etwas tun? Bitte verteilt diese Zeitschrift in der ganzen Schweiz,
rüttelt die Leute wach, dass so etwas aufhört, auf immer und ewig. Das darf nicht mehr
geschehen, es ist so grauenvoll. Bitte gebt nicht auf, kämpft weiter. Das Leiden der
unschuldigen Kreaturen muss aufhören. Warum unternimmt keiner etwas dagegen ausser dem
VgT? 24. Dezember 2000 Ich habe von Ihrem Einsatz in Bad Ragaz gelesen. Super, dass es Leute gibt, die so
etwas machen! Ich selber würde auch gerne
einmal an einer solchen Aktion teilnehmen. Wo erfährt man denn, wann Einsätze
stattfinden? Ich wünsche Ihnen nun schöne, erholsame Weihnachten und danke Ihnen für
Ihren unermüdlichen Einsatz für wehrlose Tiere. Einige Bilder in den neuesten
Vgt-Nachrichten konnte ich nicht anschauen, so abscheulich sind sie. Ich werde die Zeitung
jemand anderem in den Briefkasten werfen. Hoffentlich wird sie gelesen. 24. Dezember 2000 Sehr geehrter Herr Dr. Kessler! Den VgT-Nachrichten entnehme ich, dass Ihnen eine
schwere Zeit bevorsteht. Ich wünsche Ihnen Kraft und glaube felsenfest an Ihr Werk. Alles
was ich von Ihnen lese, Ihre Statements, Ihr Einsatz, Ihre Bedingungslosigkeit ist
von einer Klarheit und Konsequenz, die mich beeindruckt. Ebenso, dass Sie sich für Fische
genauso einsetzen, wie für Kühe oder 26. Dezember 2000 Ich habe bei einem Spaziergang zufällig ein Plakat für den VgT gesehen und habe
mir jetzt ihre Site angeschaut. Ich bin beeindruckt, mit welcher Energie und Konsequenz
Sie Ihre Ziele verfolgen! Ich wünschte, es gäbe noch mehr Menschen, die sich so für die
Rechte der Tiere einsetzten! Auch ich bin eine Gegnerin der Tierquälerei und ernähre
mich seit Jahren fast ohne Fleisch. Es ist eine Schande, was der Mensch mit den Tieren
macht! Die Menschen sind entsetzt ber den Zweiten Weltkrieg, wo die Juden unter
katastrophalen Bedingungen "gehalten" und ermordet wurden. Aber dass heutzutage
mit den Tieren genau dasselbe geschieht (und das in der Schweiz!), das scheinen alle als
legitim hinzunehmen. Ich setze hier nicht die Juden auf die Stufe der Tiere hinunter,
sondern ich setze die Tiere auf die Stufe der Menschen im Allgemeinen herauf! Jedes
Lebewesen hat das Recht auf ein lebenswertes Leben. Zum Schächten: Ich finde es gut, dass
Sie dieses Ritual in Frage stellen! Das hat überhaupt nichts mit Rassismus oder so zu
tun! Es gilt schliesslich nicht, andere Religionen in den Dreck zu ziehen, sondern den
Tieren zu helfen. Wer je den Ausdruck in den Augen eines so leidenden Tieres gesehen hat,
kann einfach kein Tier mehr umbringen. Tradition: dass ich nicht lache! Stierkmäpfe sind
in Spanien auch Tradition, trotzdem sind sie grausam! Was ich sagen will: Es kommt nicht
darauf an, unter welchem VORWAND solche Morde vollzogen werden. Mord ist Mord, und das 6.
Gebot sagt ganz klar: Du sollst nicht töten! Im Christentum wie im Judentum gehören die
10 Gebote soviel ich weiss zu den Grundlagen. Wie kommt es dann, dass gläubige Menschen
Tiere auf grausame Weise umbringen??? Dieses 6. Gebot bezieht sich nicht auf den Menschen
allein, sondern auch auf die Tiere. Ich finde es gut, wie Sie konsequent und provozierend
vorgehen, nur so kann man die Öffentlichkeit aufrütteln! Denn zuerst muss einmal das
Bewusstsein da sein, dass auch die Tiere fühlende Wesen sind. 26. Dezember 2000 Ich habe ihnen ja schonmal geschrieben und ihnen gesagt, wie toll ich es finde,
wie sie sich für Tierrechte einsetzen. Ich hoffe, dass ich es auch mal so weit bringen
werde. Als ich dass Download-Video ber dass
Schächten sah, standen mir echt total die Tränen in den Augen. Jeder normale Mensch
muss da doch Mitleid mit dem armen Tier haben, das doch nur leben wollte, das nur ganz
normal die Welt entdecken wollte und so leben, wie es zwar leider nur sehr wenige Kühe
können, in Freilandhaltung. Aber in
Freilandhaltung werden die Tiere ja trotzdem auch meistens irgendwann geschlachtet. Wieso
können die Menschen die Tiere nicht
einfach leben lassen? Die Tiere können zwar nicht sprechen, aber fühlen, sich freuen und
denken. Ausserdem tun sie den Menschen ja 27. Dezember 2000 Sehr geehrter Herr Dr Kessler. Für allen ihren riesigen Einsatz für unsere Tiere möchte ich ihnen meinen herzlichen Dank aussprechen. Leider stelle ich fest, dass es zwar immer mehr Tierschutz -Organisationen gibt, aber von einer konsequenten Haltung kann wohl kaum gesprochen werden. Nun erst, lange nach ihren dauernden Bemühungen die Tier-KZs zu bekämpfen, kommt der STS mit einer Protestkarte, die Kastenstandhaltung von Schweinen zeigt und zur Unterschrift gegen diese Haltung auffordert. Nachdem ich die neuesten VgT-Nachrichten gelesen habe, fühle ich mich nachgerade verpflichtet, dem STS vorzuschlagen, den VgT zu unterstützen, statt ein eigenes Rösslein zu reiten, das den längst voraus gallopierenden nur weit hinterdrein zu folgen vermag. Nun zum unerfreulichsten Thema: Dass Sie für eine klare Haltung gegen das Schächten auch noch in's Gefängnis gesteckt werden sollen, ist die absolute Höhe und kann nur als Abhängigkeit statt Ojektivität unserer Gerichte gedeutet werden. Und genau deshalb werde ich den VgT erst recht unterstützen. Trotz allen diesen juristischen Widrigkeiten die Sie im neuen Jahr zu erwarten haben, wünsche ich ihnen viel Kraft, Mut und weiteste Unterstützung durch wirkliche Tierschützer. Nur mit Leuten wie Sie kann vielleicht doch einmal ein wirklicher Tierschutz erreicht werden, sicher nicht mit kommerziell abhängigen Organisationen und schon gar nicht mit weitgehend geschönten Berichten der Grossverteiler über Natura-Beef oder "artgerechte Bodenhaltung", was man wohl besser als "bodengerechte Arthaltung" bezeichnen sollte! Alles Gute, Gesundheit und allseitige Unterstützung im 2001. Sie haben es
verdient. 27. Dezember 2000 Ich wünsche Ihnen trotz allem Tierleid frohe Festtage. Es zerreisst einem das
Herz mit solchen traurigen Bildern wie in den VgT-Nachrichten. 28. Dezember 2000 Vorweihnächtliche Begegnung mit einem Metzger, 19.12.00 von
Ines Schumacher, Zurzach 29. Dezember 2000 Ihre letzten VgT-Nachrichten VN2001-1 haben
mich dermassen schockiert, dass ich über die Festtage bestimmt kein Fleisch esse und
nachher wohl auch nicht mehr. Das Heft werde ich so einer fleischfressenden Familie in den
Breifkasten stecken, in der Hoffnung, der Appetit werde ihnen vergehen. 29. Dezember 2000 Lieber Erwin Kessler. Für ihren Kampf zum Wohl der Tiere und ihre bevorstehende 30. Dezember 2000 Bemerkungen auf Spenden-Zahlungen: Ihr Kampf muss weitergehen! 1000.- Fr für den Schächt-Prozess 30. Dezember 2000 Ich habe soeben die neusten VgT-Nachrichten gelesen und danke herzlich dafür.
Nebst dem leider immer gleichen Anblick massakrierter Kreaturen haben mir vor allem die
Zitate aus dem Talmud die Augen geöffnet! Betroffen macht auch unsere verlogene Justiz,
wo Recht nach Einfluss und Macht gesprochen wird. Als Nichtbetroffener hat man echt Mühe,
solche Ungeheuerlichkeiten zur Kenntnis zu nehmen - und das in der Schweiz. Wenn zwei
dasselbe tun, ist es nicht dasselbe. Obwohl ich mein Land liebe, verliere ich je lnger
je mehr meine Identifikation und Affektion. Unsere Politiker und Bundesräte sind Huren
und Landesverrtäer. Wofür haben unser Vorfahren geäkmpft und sich gegen Vogtei
aufgelehnt! Stolz und Selbstsicherheit sind Gleichgültigkeit und gedankenlosem Konsum
gewichen. Ich bin traurig und habe jede Hoffnung verloren. Trotzdem wünsche ich Ihnen
viel Kraft und Durchhaltewillen, weiterzumachen. 30. Dezember 2000 Ich danke Ihnen herzlich für alles, was Sie für die misshandelten Tiere tun und
für Ihren Mut, immer wieder gegen unsere korrupten Gerichte anzutreten. Eine Welt, auf
der es auch nur einem Tier besser geht, ist eine bessere Welt. 4. Januar 2001 Schwachsinniger Vergleich von Simonetta Sommaruga Ich bin entsetzt über den Schwachsinn, den Frau Simonetta Sommaruga unter dem Titel "Menschengerechte Löhne" in der Coop Zeitung von sich gab. Sie behauptet, dass die Konsument/innen in Sachen Nutztierhaltung schon viel erreicht hätten und jetzt auch noch für menschengerechte Löhne sorgen müssten. Nichts gegen "menschengerechte Löhne", aber der Vergleich ist absurd und von einer tierfreundlichen Tierhaltung kann in den meisten Betrieben nicht gesprochen werden. Dieser verträumten Schreibtischtäterin kann ich wirklich nur eine Schock-Therapie durch die VgT-Nachrichten des Verein gegen Tierfabriken empfehlen, wo übrigens auch schon Coop-Betriebe betroffen waren. Dann würde sie nicht mehr einen solchen Unsinn in die Welt setzen... Roland Fäsch
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